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Beim Sekundenkleber, oder Cyanacrylatklebstoff, wie er wissenschaftlich genannt wird, handelt es sich um einen modernen, chemischen Klebstoff, der innerhalb von Minuten fest wird. Deswegen gab man diesem Gemisch den etwas übertriebenen Namen Sekundenkleber. Sekundenkleber gehört chemisch gesehen zur Familie der Polymerisationsklebstoffe, eine Gruppe, die sich dadurch auszeichnet, dass sie aus Monomeren aufgebaut ist, also aus Molekülen, die sehr reaktionsfähig sind. Diese Teilchen sind dazu in der Lage, in Sekundenschnelle kettenartige Polymere zu bilden. Dem entsprechend können sie optimal als „Mörtel“ fungieren, der zwei Teile fest zusammenhält. Die chemische Reaktion kommt sofort in Gang, wenn der Sekundenkleber kurzen Kontakt mit Luft hat. Die darin enthaltene Luftfeuchtigkeit lässt ihn schnellstens abbinden. Es geschieht das, was die Deutsche Industrienorm DIN EN 923 meint, wenn sie Klebstoffe als nichtmetallische Werkstoffe, die Fügeteile durch Flächenhaftung und innere Festigkeit verbinden kann, definiert. Während jedoch die ersten Klebstoffe schon lange vor Christus in Mesopotamien auftauchten, handelt es sich bei Sekundenkleber um ein Kind des Industriezeitalters. Er wurde von der bekannten Firma Kodakentwickelt. Allerdings keinesfalls um zerbrochene Gegenstände zu kitten, sondern mit einer ganz anderen Absicht. So unglaublich es klingen mag, doch tatsächlich wurde Sekundenkleber quasi zufällig entdeckt, als ein gewisser Harry Coover 1942 nach einem Kunststoff forschte, der so unzerbrechlich und durchsichtig sein würde, dass er bei Panzern für die Zieloptik geeignet ist. Was Coover dann jedoch erzeugte, war so hochgradig klebrig, dass er es nicht verwenden konnte. Er hatte zwar den Sekundekleber entdeckt, war von seiner Erfindung jedoch so verärgert, dass er die Idee jahrelang in der Schublade liegen ließ. Es sollte noch zehn Jahre dauern, bis er die entdeckte Substanz als Sekundenkleber zu nutzen wusste. |
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