E-Gitarre - Ein Instrument hinterlässt Spuren

 

Die Entwicklung der E-Gitarre entstand aus dem Motiv heraus, die Gitarre als Instrument lauter und damit durchsetzungsfähiger zu machen. Die großen Unterhaltungsbands der 20iger und 30iger benötigen kraftvollere Gitarren um ihre Auftritte vor großem Publikum zu realisieren. Dies konnte nur durch eine elektrische Verstärkung des Klangs realisiert werden und wurde deshalb anfangs sehr kritisch eingeschätzt.

In der Countrymusik, im Jazz und Blues hielt die E-Gitarre zuerst Einzug und ist in diesem Bereich auch nicht mehr weg zu denken. Das Grundprinzip der E-Gitarre beruht auf den elektrischen Tonabnehmern, die sich die Saitenschwingung von Stahlsaiten direkt zu Nutze machen. Diese Tonabnehmer basieren auf dem Prinzip der Induktion. Dabei ist ein Magnetkern um eine Spule gewickelt, praktisch das Prinzip mit dem auch heutige Pickups noch funktionieren.

Eine der ersten regulär zu spielenden E-Gitarre mit elektrischem Tonabnehmer in Serienfertigung war sicher im Jahre 1936 die ES-150 der Firma Gibson, eine E-Gitarre speziell für den Bereich Jazz gebaut, mit in die Decke eingelassenen Tonabnehmern. In Massenanfertigung wurde später die E-Gitarre „Telecaster“ von Leo Fender auf den Markt gebracht. Diese E-Gitarre wird bis heute fast unverändert von Fender hergestellt und ist von einer inzwischen zahllosen Reihe von anderen Herstellern als Kopie erhältlich.

Man kann ohne Übertreibung sagen, dass Gibson- und Fendergitarren im Laufe der Zeit zum Maßstab geworden sind, aus dem sich die meisten anderen E-Gitarren herausgebildet haben und an dem sie immer wieder verglichen werden. Beide Gitarrenarten unterscheiden sich deutlich in ihrem Aufbau und in ihren Klangeigenschaften. Fender- und Gibson-Gitarren haben eine deutlich unterschiedliche Klangphilosophie, die die E-Gitarre verfolgt. Zusätzlich haben beide Marken ihre Anhänger unter den Gitarristen, wobei es manchmal eine regelrechte Aufteilung in zwei Lager gibt. Was eigentlich nicht sehr sinnvoll ist, denn beide E-Gitarrenarten ergänzen sich perfekt.