Am kommenden Tag war es ebenso heiß wie am Tage davor und so zog es schon früh die Ersten wieder aus dem überhitzten Zelt. Warteschlangen vor den Duschcontainern sorgten auf Grund des guten Wasserzugangs für Wasserschlachten auf der Straße. Gegen Abend dieses entspannten Tages leerte sich der Campingbereich und die Menschenmassen strömten zu dem Finale der ersten Berlinova. Seeed lieferten eine zuverlässige Show, trotz Verletzung von Sänger Ear. Für die meisten endete hier die erste Berlinova und innerhalb von Minuten bildete sich ein stundenlanger Stau auf der Stecke, die andere wieder zurücklaufen mussten um vom Shuttle abgeholt zu werden.
Ein Jahr später war die erste Veränderung, die man zu spüren bekam, die vier Shuttles vor dem Bahnhof, die fast jedem eine 15-minütige Sitzgelegenheit boten. Diesmal wurden die Besucher direkt an das Campinggelände heran gefahren. Abends fand man statt dem „Tity Twister“ die so genannte „Silent Disco“. Sie bestand aus einem kleinen abgesperrten Bereich, um den sich Schaulustige tummelten, denn innen hopsten ausgelassene und mitsingende Leute mit Kopfhörern auf dem Kopf zu den üblichen Partyhits herum, die die Außenstehenden nicht hörten. Doch nur die Geduldigen kamen rein, denn es gab keine Zeitbegrenzung, dafür aber eine begrenzte Anzahl an Kopfhörern. Ein weiterer Nachteil war, dass die Veranstalter schlechtes Wetter hier nicht eingeplant hatten und jedes mal, wenn es Anfing zu regnen die neu ergatterten Kopfhörer abgegeben werden mussten. Da halfen die verteilten Regencapes auch nicht, das Wetter spielte nicht mehr mit. Deshalb leerten sich auch die Bereiche vor den drei Bühnen immer wieder. Die großen Bühnen standen jetzt nebeneinander, sodass diejenigen die schon auf den nächsten Act warteten, den aktuellen in voller Lautstärke mitbekamen und ein Gedränge zur Nebenbühne anfing, als das eine Konzert zu Ende war. Die dritte Bühne diente den kleineren, aber oft unterschätzten Künstlern und stand am anderen Ende des Geländes.
Der Eindruck, die Berlinova sei gegen das Kalkül der üblichen Festivals, war bei der zweiten erloschen, da die Besucher mit mehr Sicherheitskräften, strengeren Auflagen und weniger Entspannung empfangen wurden. Im Endeffekt darf man gespannt sein, was die Macher aus diesen Erfahrungen gelernt haben und ob sie ihrem Motto „Entspannte Musik, entspannte Leute, entspannte Atmosphäre“ irgendwann wieder näher kommen.