Tahiti Zuchtperlen – Die schwarzen Schönheiten aus der Südsee

 

Bei Zuchtperlen wird der Natur etwas nachgeholfen. Denn im Gegensatz zu den Naturperlen entstehen sie, nachdem ein Perlmuttkern in die Auster eingesetzt wurde. Da dieser Fremdkörper kleiner ist als der Kern der Naturperle, kommt es zu einem verzögerten Wachstum. Die klassische Zuchtperle ist die Akoya-Zuchtperle, die fast nur in Japan in der Perlauster „pinctada martensi“ gezüchtet wird. Die Tahiti-Zuchtperle hingegen gehört genauso wie die Akoya-Zuchtperle der Kategorie der Meerwasserperlen mit Kern an. Insgesamt unterscheidet man die Zuchtperle noch in drei weitere Kategorien. Es gibt Meerwasserperlen ohne Kern wie die Keshi-Zuchtperle, aber auch Süßwasserperlen, ebenfalls mit oder ohne Kern.

Tahiti Zuchtperlen sind daher besser unter dem Namen „Schwarze Perlen“ bekannt. Sie stammen von den Lagunen Französisch Polynesiens, denn dort findet man die schwarzlippige Perlenauster, aus der die Tahiti Zuchtperlen gewonnen werden. Diese besondere Form der Tahiti Zuchtperle sondert nämlich eine schwarze Perlmuttsubstanz ab, die sich ebenfalls in der Zucht zu einer Perle formen lässt. Nach einer polynesischen Legende wurde diese Perlenauster, die den Namen „Te-Ufi“ trägt, den Menschen von dem Gott „Oro“ geschenkt. Eine weitere Variante dieser Geschichte besagt, dass er diese Perle einer schönen Prinzessin auf der Insel Bora-Bora aus Liebe zum Geschenk machte.

Die große Nachfrage nach den schwarzen Tahiti Zuchtperlen in der ganzen Welt ließ sie binnen kurzer Zeit in ihrem Wert erheblich steigen. Dabei wurde die Tahiti- Zuchtperle eher zufällig bei einem Tauchgang der Perlenfischer entdeckt. Schon Könige und Kaiser verzierten gerne ihre Gewänder mit der schwarzen Perle. Die bekannteste dieser seltenen Naturperlen war die berühmte schwarze Perle "Azra", die das Herzstück einer Kette der russischen Kronjuwelen ist. Im Kaiserreich China galt die schwarze Perle sogar als Symbol der Weisheit.

Mit der kommerziellen Züchtung der Tahiti Zuchtperlen begann man Anfang der 1960er Jahre. In einer Lagune der Insel Bora-Bora experimentierte man erstmalig mit der Zucht der Tahiti Zuchtperle. Schnell stellte man fest, dass das Züchten von Tahiti Zuchtperlen ein sehr aufwendiger Prozess ist, das die Austergattung sehr empfindlich ist. Der Perlenzüchter fängt mit einem künstlichen Sammelbehälter die Austern ein und züchtet die Tahiti Zuchtperlen langsam in einem Zeitraum von ca. drei Jahren heran. Die Austern werden ständig mit größter Sorgfalt gepflegt und immer wieder gereinigt. Wenn dann die Zeit reif ist, werden die Tahiti Zuchtperlen den Austern entnommen.