Wanderreiten – Unterwegs mit dem Pferd

 

Unter dem Begriff Wanderreiten versteht man das Wandern mit dem Pferd über mehrere Tage. Der Kontakt zum Pferd ist bei dieser Art des Reitens besonders intensiv, da man auf das Pferd angewiesen ist. Diese Art von Urlaub ist daher nicht nur etwas für Pferdeliebhaber sondern auch für naturverbundene Menschen. Man übernachtet unter freiem Himmel, bei Bauern, in Zelten oder auf Pferdehöfen, die eine Übernachtungsmöglichkeit für Pferd und Reiter anbieten.

Das Gepäck wird auf dem Reitpferd in Satteltaschen mitgeführt. Daher ist es ratsam beim Wanderreiten nur das Nötigste mitzunehmen, damit das Pferd nicht zusätzlich belastet wird. Das Wanderreiten ist außerdem die älteste Nutzungsform des Pferdes durch den Menschen. Damit sich ein Pferd beim Wanderreiten als tauglich erweißt, muss es zuvor eine gute Ausbildung genossen haben. Denn gerade die Verkehrssicherheit des Pferdes ist beim Wanderreiten heutzutage unbedingt nötig. Naturbelassene Reitpferderassen, sogenannte Robustpferde oder auch Kleinpferde und Araber eignen sich zum Wanderreiten. Ein wichtiges Kriterium, ob ein Pferd als Wanderpferd geeignet ist, zeichnet sich vor allem durch die ausreichende Tragfähigkeit des Rückens aus.

Wanderreiten mit Pferden wird meist in Gruppen angeboten und kann über das Wochenende oder über 7-10 Tage gehen. Manche erfahrene Reiter dehnen ihre Touren auch bis zu drei Wochen aus. Ein Tageswanderritt kann bis zu 7 Stunden gehen. Die Hauptgangart des Pferdes begrenzt sich zumeist auf Schritt, um den Rücken des Pferdes zu schonen. Denn Wanderreiten ist eher ein Erlebnisurlaub, als dass man es als Hochleistungssport betrachten könnte. Die Geschwindigkeit des Pferdes ist daher zweitrangig.

Im Mittelalter war das Wanderreiten eine weitverbreitete Reisemöglichkeit, die aber meist nur wohlhabenden Menschen vorbehalten war. Das gemeine Volk, Mönche oder auch Studenten konnten den Unterhalt eines Pferdes nicht finanzieren und mussten daher zu Fuß gehen. Als berühmtester Wanderreiter gilt bis heute der Schweizer Aime Tschiffely, der 1925 von Buenos Aires (Argentinien) nach Washington DC (USA) ritt und dabei über 10.000 Meilen hinter sich ließ.

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