Botox

 

Das Leben jedes Menschen besteht aus Lachen, Weinen, sich Sorgen machen, sich ärgern oder wütend sein. Unsere Mimikfalten sind ein Ausdruck dieser gelebten Emotionen, unserer tagtäglichen Anstrengungen das Leben so gut wie möglich zu meistern.
Doch leider dreht sich die Welt nicht ohne Folgen. Jedes Lachen gräbt sich tiefer in unser Gesicht. Falten sind nur eine Alterserscheinung, dafür aber die am markantesten sichtbare. Falten bedeuten, dass man alt ist und gerade in den westlichen Zivilisationen hat das Wort „alt“ durchweg negative Wertungen. Alt sein bedeutet aufs Abstellgleis des Lebens gefahren zu werden.


Niemand soll sehen, dass wir schon lange gelebt und erlebt haben. Zumindest äußerlich sollen wir jung und aktiv wirken. Besonders Frauen scheinen unter dem Druck zu stehen, äußerlich jung zu bleiben.
Botox oder seine Alternative Hyaluronsäure bietet nun endlich die Möglichkeit, die Zeit zurückzudrehen. „Man ist so alt wie man sich fühlt“ kann ersetzt werden mit „Man ist so alt wie man aussieht“.
Botox ist nur einer der in Deutschland auf dem Markt erhältlichen Stoffe des Nervengifts Clostridium Botulinum. Im Organismus wirkt es dort wo Botenstoffe die Weiterleitung von Nerven zu den Muskeln ermöglichen. Nach einer Botox- Injektion werden die Muskeln je nach Dosierung geschwächt oder ganz gelähmt. Eine nicht operative Liftingmöglichkeit ist der Eyesential - Faltenkiller mit seinen natürlichen und harmlosen Wirkstoffen.


In der Schönheitschirurgie wird es in stark verdünnter Form eingesetzt während es in seiner reinen, ursprünglichen Form hochgiftig und überaus tödlich ist.
In der Medizin ist das Nervengift schon lange ein wirksames und nützliches Mittel, um bestimmte Erkrankungen vorübergehend zu lindern. Überall dort wo Muskeln überaktiv sind oder Drüsen zu gute Arbeit leisten, wird es eingesetzt. Bei Migräne-Anfällen, Spastiken, Dystonien, übermäßigem Achselschweiß oder generellen Muskelverkrampfungen wie bei Lidkrämpfen konnte es in der Vergangenheit mit Erfolg eingesetzt werden.
Die Wirkung der lokal eingesetzten Spritzen hält bis zu 6 Monaten an.

In Boulevardzeitungen und im Fernsehen hört man neuerdings immer öfter von sogenannten Botox- Partys. Hier können Botox- Kundinnen Gleichgesinnte treffen und sich bei der Gelegenheit gleich ihre nächste Injektion setzen lassen.
Stellt man sich eine solche Party bildlich vor, drängen sich dem Betrachter Vergleiche zu Drogen-Events doch schier auf. Wie an der Käsetheke bei Edeka aufgereiht, warten die Frauen verschiedenen Alters, die ganz jungen sind noch ganz aufgeregt, auf ihren Guru- den Arzt, der ihnen die seit Monaten ersehnte Spritze setzen wird. Der Schönheitschirurg erscheint und wird begeistert empfangen. Nun geht’s los. Eine Spritze nach der anderen findet ihren Weg in tiefe Nasolabialfalten, Zornesrunzeln oder Raucherfältchen.
Hat man seinen „Schuss“ erhalten, macht man mit der Freundin am besten gleich den nächsten Termin aus, in 6 Monaten wieder hier in diesem Kino.


In der breiten Öffentlichkeit herrscht immer noch der Eindruck dies sei alles völlig gefahrlos. Doch es gibt, wie bei jedem medizinischen Eingriff, Risiken. Eine falsch gesetzte Spritze kann die falsche Gesichtsregion lähmen oder das Gesicht erstarren lassen. Dann ist jegliche Emotion, wie etwa das dezente Heben einer Augenbraue zumindest für die nächsten 6 Monate unmöglich. Es wird auch oft vergessen, dass die Langzweitwirkungen des Gifts auf den Organismus noch gänzlich erforscht sind.