Demenz:
Definition:
Eine Demenz bezeichnet eine Störung, bei der die Denkfunktionen in ihrer Gesamtheit gestört werden.
Typischerweise sind dementielle Störungen zwar behandelbar, jedoch nicht heilbar.
Epidemiologie:
Vor allem ältere Menschen jenseits des 65. Lebensjahres erkranken an der Demenz. Es gibt einige wenige Formen dementieller Entwicklungen, die auch schon den jüngeren Menschen betreffen können. Insgesamt liegt das Risiko vor dem 65. Lebensjahr zu erkranken bei etwa 1:1000.
Insgesamt leiden Männer häufiger an Demenzen als Frauen.
Eine wichtige Ausnahme hierbei stellt aber die Alzheimer-Erkrankung dar, bei der verhältnismäßig die Frauen häufiger erkranken.
Symptomatik der Demenz:
Typische Symptome:
- Patienten haben große Schwierigkeiten neue Informationen zu behalten
- Neben Vergesslichkeit, kommt es auch häufig zu Verwechslungen von Daten und Informationen.
- Patienten können häufig schlecht wichtige und unwichtige Ereignisse und Informationen auseinanderhalten
- Den Patienten fällt es zunehmend schwerer wichtige und richtige Entscheidungen zu treffen.
- Eine Demenz kann die Grundstruktur der Persönlichkeit eines Menschen verändern. Patienten können z.B. streitsüchtig, aber auch ungewohnt anhänglich und friedlich werden.
- Patienten sind desorientiert
Eher untypische Symptome, die also eine Demenz nicht belegen, diese jedoch begleiten können, sind folgende:
- langsamer, aber fortschreitender Gewichtsverlust
- zunehmende Ungeschicklichkeit
- Schwierigkeiten in Gegenstandsbenennung
- Wortfindungsstörungen
- Halluzinationen
Differentialdiagnosen:
Eine ganze Reihe von Erkrankungen können sich ähnlich wie eine Demenz "darstellen".
Für einen Arzt ist es somit wichtig die einzelnen möglichen Diagnosen auseinanderzuhalten. Typische Diagnosen hierbei sind:
Vergesslichkeit bei Depression:
Sehr viele Patienten, die unter einer Depression leiden, berichten über massive Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit. In vergangenen Jahren bezeichnet man diese Art von Störung auch als "Pseudodemenz". Im Gegensatz zur "echten" Demenz, bildet sich diese Konzentrationsstörung jedoch mit Abklingen der depressiven Symptomatik vollständig zurück.
Natürliche Alterung:
Im Laufe von Jahren und Jahrzehnten, kommt es im Gehirn zu völlig normalen Abbauprozessen, in deren Verlauf die geistige Leistungsfähigkeit nachlässt.
Hierbei kommt es zur Verwechselung von Dingen oder auch zu Merkfähigkeitsstörungen.
Es fehlen hierbei jedoch typischerweise Veränderungen in der Grundpersönlichkeit etc.
Delir:
Beim Delir handelt es sich um einen Verwirrtheitszustand, der durch ganz unterschiedliche Erkrankungen ausgelöst werden kann. Ähnlich wie bei der Demenz, kommt es zu großen Orientierungsschwierigkeiten (Zum Ort, zur Situation, zur Zeit oder auch zur eigenen Person), zu Gedächtnisstörungen, aber gelegentlich auch zu Halluzinationen. Der größte Unterschied hierbei ist jedoch, dass ein Delir sehr plötzlich auftritt und nicht schleichend wie eben die Demenz. Ebenfalls besteht ein großer Unterschied darin, dass ein Delir gut behandelbar ist und im Rahmen der Behandlung i der Regel auch gut ausgeheilt werden kann.
Schizophrenie:
Auch in der Schizophrenie (früher auch "Dementia praecox" genannt) können oben aufgeführte Symptome auftreten. Dies trifft sowohl auf akute psychotische Schübe, aber auch auf eine nach Behandlung zurückbleibende Restsymptomatik zu.
Simulation:
Es ist auch denkbar, dass Patienten sich vergesslicher geben, als sie wirklich sind. Bei einer entsprechenden Motivation (z.B. ein Rentenbegehr), kann es sein, dass sich Patienten eben so "präsentieren", wie sie glauben, dass ein dementer Patient eben sein sollte. In den meisten Fällen stellt dies jedoch für den guten Diagnostiker kein echtes Problem dar.
Therapie der Demenz:
Wie bereits erwähnt, gibt es keine therapeutische Heilung der Demenz. Man legt somit das Hauptaugenmerk auf die Therapie der Symptomatik (Unruhe, Halluzinationen etc.). Auch muss ein guter Diagnostiker schauen, ob es sich bei dem ihm präsentierten Symptomen möglicherweise um eine andere, besser behandelbare Krankheit (wiez.B. das Delir) handelt.
Es gibt einige Medikamente, von denen man heutzutage weiss, dass sie das Fortschreiten einer Demenz zwar nicht aufhalten, doch aber verlangsamen können.
Diese Gruppe von medikamenten nennt man "Antidementiva".
Einige Vertreter sind:
Typische Medikamente hier sind:
Memantine (z.B. Akatinol Memantine),
Piracetam (z.B. Nootrop)
Rivastigmin (z.B. Exelon)
Galantamin (z.B. Reminyl)
Natürlich ist es in der Therapie der Demenz auch ausgesprochen wichtig, dass die noch verbliebenen geistigen Ressourcen gefördert und gefordert. Wie bei den meisten anderen Erkrankungen auch, gilt auch hier der Ansatz: je früher man therapeutisch eingreift, desto besser.
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