Familienaufstellungen – Methoden zu Psychotherapie

 

Bei der Familienaufstellung handelt es sich psychotherapeutisches Verfahren, das sowohl von Psychologen, Psychotherapeuten und Heilpraktikern angeboten wird. Die Familienaufstellungen gehören zu den bekanntesten Formen in der sogenannten Systemaufstellung und wurden von Bert Hellinger ins Leben gerufen. Es handelt sich hierbei um ein psychotherapeutisches Verfahren. Verwandte Formen davon sind die Struktur- oder Organisationsaufstellung.

Familienaufstellungen erfolgen in der Gruppe. Der Aufstellende wählt unter den Gruppenmitgliedern Stellvertreter für Vater, Mutter und Geschwister. Eventuell können auch noch andere Familienmitglieder hinzukommen. Diese versucht er nun intuitiv im Raum zu platzieren. Aufgrund der sich entwickelnden Dynamik überträgt sich das Verhalten und die Gefühle der dargestellten Personen auf die Vertreter. Die aufgestellten Familienmitglieder können nun ihre Gefühle ausdrücken. Denn in der Methode der Familienaufstellung geht man davon aus, dass die Gefühle und Verhaltensweisen der echten Familienmitglieder von den gestellten Personen übernommen werden. Dadurch können „Krankmachende Verstrickungen“ mit den Vorfahren und Verwandten und „heilsame Lösungen für die Seelen“ der Nachkommen ans Licht kommen. Durch die Begleitung des Therapeuten werden erleichternde und lösende Haltungen und Positionen ermöglicht.

Eine Erklärung, warum die Methode der Familienaufstellung Erfolge verzeichnet, gibt es auf rationeller Ebene nicht. Manche Aufsteller gehen allerdings davon aus, dass der Proband bereits die Lösung seiner Konflikte kennt und sie durch die Aufstellung aus dem Unterbewusstsein oder einem verdrängten Zustand an die Oberfläche des Bewusstseins bringen kann. Meist erfolgen die Familienaufstellungen in Gruppen in der Größe von ca. 20 Mitgliedern. Es ist aber auch möglich, die Methode der Familienaufstellung nur mit einem Therapeuten und Symbolen für die einzelnen Familienmitglieder anzuwenden. In einer weiteren Form der Familienaufstellung stellt der Aufsteller nur eine Person auf und schaut dann, wie die Gruppe interaktiv auf einzelne Situationen reagiert und sich zur aufgestellten Person positioniert.


Dennoch gerät die Methode der Familienaufstellung immer wieder in heftige Kritik und gerade ihre Gegner fordern eine wissenschaftliche Überprüfung dieser Form der Kurzzeittherapie. Bei einzelnen Beteiligten kann es auch zu heftigen Erschütterungen, tiefe Verunsicherung bis hin zu Suizidgedanken kommen. Des weiteren wird von Kritikern bemängelt, dass in den meisten Fällen sowohl die Diagnostik als auch die Interventionslehre fehlen würden.
 

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