Haartransplantation

 

Heute liegen sie mal wieder gar nicht, an einem windigen Tag fliegen sie ins Gesicht, man muss sie jeden Tag waschen und auch sonst sind sie irgendwie recht anstrengend. Unsere Haare. Neben längst vergessenen Aufgaben für unseren Organismus, wie beispielsweise dem Lichtschutz oder der Wärmeisolierung erfüllt der Kopfschmuck zunehmend soziale und psychologische Funktionen.
Volles gesundes Haar symbolisiert Energie, Jugend und Vitalität. Obgleich es einige männliche Exemplare geben soll, die auch und vielleicht wegen ihrer Glatze attraktiv sind, mögen wir doch eigentlich keine haar-losen Menschen. Denn eine Glatze ist gleichbedeutend mit Krankheit, Alter und körperlicher Gebrechlichkeit.
Der lebenslange „Bad Hair Day“ kann zu psychologischen Problemen führen. Wie schon bei der mythologischen Gestalt Samson, der seinen temporären Haarverlust mit körperlicher Stärke und seiner Freiheit bezahlte. Samson als Ur- männliche Symbolfigur zeigt so die soziale Macht einer gesunden und vollen Haarpracht. Derjenige, der volles Haar aufzuweisen hat, ist klar der Gewinner, wer sie einbüßt, muss mit Imageschäden rechnen.
Der gesellschaftliche Druck ist enorm hoch und daher ist es nicht verwunderlich, dass sich immer Männer zu einer Haartransplantation entschließen. Es ist die Möglichkeit, sich verlorengegangenes Selbstbewusstsein und soziales Prestige zurückzukaufen.


Patienten mit erblich bedingtem Haarausfall sind grundsätzlich für eine solche Prozedur gut geeignet. Eine weitere Voraussetzung für eine erfolgreiche Transplantation ist ein gesunder Haarkranz mit intakten Wurzeln.

Für die Eigenhaartransplantation werden Haare aus haar-reichen Kopfregionen verwendet, in vielen Fällen ist das der Haarkranz. Da hier die Haare genetisch anders geschaffen sind, bleiben sie auch Männern mit Haarausfall oft ein Leben lang erhalten. Haare anderer Körperregionen, wie etwa Achselhaare sind nicht geeignet, weil die Struktur im Vergleich zu den Kopfhaaren zu unähnlich ist. Als das Verfahren Haare chirurgisch umzuverteilen noch neu war, setzte man auch Kunsthaar auf das Männerhaupt. Dies gehört heute in Deutschland aber nicht mehr zum medizinischen Standard, da die künstlichen Haare sehr empfindlich sind und dazu neigen abzubrechen. Auch körperfremde Spenderhaare eignen sich nicht zur Verpflanzung, weil Immunreaktionen zu einer Abstoßung des Implantats führen.


Bei der Haartransplantation setzt man in plastisch- ästhetischen Kliniken generell auf ein Verfahren, die sogenannte Follicular Unit Extraction- Methode (FUE). Hierbei werden kleinere Abschnitte mit jeweils 4- 5 Haarwurzeln entnommen und an der kahlen Stelle wieder eingesetzt. Pro Eingriff werden so etwa 1500 Haare umverteilt.
Nach einer Operation sind verschiedene Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten. So sollten direkte Sonneinstrahlung und Hitze gemieden werden. Auch körperliche Betätigung und der Genuss von Alkohol und Zigaretten müssen eingeschränkt werden, um ein optimales Ergebnis zu erreichen.
Obwohl die Haartransplantationen zu den risikoärmsten Schönheitsoperation zählt, kann es dennoch zu einigen Reaktionen auf das Transplantat kommen. Die Kopfhaut entzündet sich oder es kommt zu Wundheilungsstörungen, in manchen Fällen wird das Transplantat gar abgestoßen.
Die Haartransplantation ist eines der kostenintensivsten Schönheitsoperationen. Die Kosten betragen je nach Land 3000 bis 6000 Euro. Eigenhaartransplantation