Wer von uns schmunzelt nicht mal, wenn ihm ein Mensch mit abstehenden Ohren begegnet? Oder wer flüstert seinem Gegenüber keine abfälligen Bemerkungen zu, wenn er jemanden mit Segelohren erblickt?
Während wir Erwachsenen eher still und heimlich über Leute lästern, deren Ohren abstehn, können Kinder dagegen sehr gemein und grausam sein. Jedes Kind leidet unter seinen Segelohren, wenn es von anderen in seinem Alter gehänselt und verspottet wird. Sprüche wie beispielsweise „bei Sturm kannst du über den Wolken fliegen“ oder „kannst du auch wie Dumbo mit deinen Ohren wackeln?“ sind noch die harmloseren Sticheleien. Was sich für uns lustig anhört und witzig aussieht, kann für die betroffenen Menschen zur seelischen Qual werden. Daher entscheiden sich viele Eltern schon früh dazu ihrem Kind solche Gemeinheiten zu ersparen, indem sie die Ohren ihres Kindes von einem Arzt anlegen lassen.
Im medizinischen Sinne sind Segelohren nur eine optische Erscheinung aufgrund einer Fehlstellung der Ohren. Daher gelten Segelohren auch nicht als medizinisches Leiden. Segelohren entstehen durch eine weniger bis gar nicht ausgebildete Ohrenfältelung, die mit einer einfachen Otopexie, auch als Anlegen der Ohren bekannt, behoben werden kann. Das heißt, bei der Otopexie wird nach einer Narkose die Rückseite des Ohres mit einem Skalpell eingeschnitten, worauf der Chirurg häufig einen kleinen Hautstreifen entnimmt und somit die Form des Ohrknorpels durch Vernähen korrigiert. Eine andere Operationsmethode ist, dass der Arzt die Vorderseite des Ohrmuschelrandes freilegt und den Ohrknorpel leicht einschneidet. Dadurch bildet sich eine natürliche Spannung, welche die Form des Knorpels verändert.