Uebergewicht bei Kindern und Jugendlichen

 

        

 

Ärzte und die Medien haben das Problem längst erkannt, die Menschen jedoch sehen an den Tatsachen vorbei oder reden hinter vorgehaltener Hand darüber: Deutschlands Kinder und Jugendliche sind zu dick.
Eine unabhängige Studie belegt, dass etwa 2 Millionen Kinder und Jugendlichen mitten unter uns übergewichtig sind. Eine alarmierende Zahl, wenn man weiß, welche gesundheitlichen und psychischen Folgen Übergewicht für die Betroffenen hat.
Die Fettleibigkeit in Deutschland hat mittlerweile die Ausmaße einer Epidemie angenommen, sie begegnet uns in allen Städten und allen Bevölkerungsschichten. Es ist kein Trost zu wissen, dass Fettleibigkeit bei Heranwachsenden kein typisch deutsches Problem ist. Weltweit nimmt die Anzahl der übergewichtigen Kinder und Jugendlichen zu. In den europäischen Ländern liegt die Quote der fettleibigen Kinder zwischen 10 und 30 Prozent. Über die Ursachen wird nach wie vor laut und mittlerweile auch öffentlich diskutiert, Veränderungen nehmen sich jedoch Zeit.

 

Dabei ist klar, dass nur ein kleiner Teil der adipösen Kinder und Jugendlichen wegen Drüsenfehlfunktionen zur Fettleibigkeit neigt. Hauptursache ist eine falsche Energiebilanz. Unsere Heranwachsenden nehmen oft deutlich mehr Kalorien am Tag zu sich, als sie verbrennen können. Das energetische Gleichgewicht ist gestört. Neben einer Unmenge an stark zuckerhaltigen Speisen und Getränken und dem ständigen Anstieg von Fastfood an der modernen Ernährung zeichnet auch zunehmende Bewegungsarmut für die erschreckende Fettbilanz verantwortlich.
Das Bewegungs- und Spielverhalten der Generation 2000 hat sich deutlich verändert. Unsere Kinder und Jugendlichen bewegen sich immer weniger intensiv im Freien, scheinbar moderne Beschäftigungen nehmen einen Großteil der Freizeit ein. Dabei rangieren Fernsehen und PC ganz oben auf der Beliebtheitsskala. In Kombination mit den süßen und fettigen Dickmachern trägt die allgemeine Bewegungsunlust zur Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen bei.
Den Teufelskreis zwischen Trägheit und Fettleibigkeit auf der einen Seite und Trägheit wegen Fettleibigkeit zu durchbrechen, muss zum gesellschaftlichen Anliegen werden. Denn aus dicken Kindern werden dicke Erwachsene. Und Übergewicht bei Erwachsenen beziehungsweise deren dramatische Folgeerkrankungen ist inzwischen zur Todesursache Nummer Zwei aufgestiegen. Hier ist nicht der Staat allein sondern jeder Einzelne gefragt.