Reizdarm - Störung zwischen Darm und Gehirn

 

 

Bauchschmerzen, Blähungen, Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung – viele Menschen leiden am Reizdarmsyndrom, ohne es zu wissen. Doch funktionelle Darmstörungen sind sehr häufig; etwa 15 Prozent der Weltbevölkerung und sogar jeder fünfte Deutsche ist davon betroffen.

Ein Reizdarm ist weder bösartig noch ansteckend, doch beeinträchtigt die Lebensqualität der Betroffenen stark und oftmals über mehrere Jahre hinweg. Die Beschwerden setzen den Reizdarm-Patienten zu: Tagsüber leiden sie unter Bauchschmerzen, Krämpfen und veränderte Stuhlzusammensetzung. Nachts verschwinden die Symptome des Reizdarms, doch psychosomatische Erkrankungen wie Depression, Abgeschlagenheit, Schlaflosigkeit und Migräne können aufgrund des Reizdarms hinzukommen und auch die Nacht zur Qual machen. Treten diese Symptome mehr als zwölf Wochen innerhalb eines Jahres zusammen mit einer erhöhen Zahl weißer Blutkörperchen in der Darmwand auf, lautet die Diagnose Reizdarm.

Die Ursache des Reizdarms ist jedoch relativ unklar; derzeitige Forschungen gehen von einer Störung des Informationsaustauschs zwischen Darm und Gehirn aus, der das Reizdarmsyndrom auslöst. Zusätzlich beeinflussen Belastungen wie Stress und Ärger und falsche Ernährungsweisen und unbekannte Unverträglichkeiten gegen bestimmte Nahrungsmittel den Reizdarm bzw. verschlimmern ihn. Oftmals leiden Betroffene des Reizdarmsyndroms auch unter einer Glutenallergie.

Eine erfolgreiche Therapie, um den Reizdarm vollständig zu heilen, gibt es nicht, da die Ursachen noch nicht ausreichend geklärt sind. Jedoch kann man nach einer Reizdarmdiagnose einiges tun, um die Beschwerden möglichst auf ein Minimum zu reduzieren. Eine Behandlung des Reizdarms umfasst eine Umstellung des Essverhaltens, Einnahme von Medikamenten und psychotherapeutische Behandlung. Wichtig bei der Nahrungsumstellung ist, sich Unterstützung einer Ernährungsberatung zu holen und viel Wasser zu trinken. Speisen und Getränke, die zu Blähungen führen, sollten ebenso vermieden werden wie Koffein, Alkohol und scharfe Gewürze. Die Behandlung des Reizdarms mit Medikamenten sollte unbedingt von dem behandelnden Arzt überwacht werden. Da der Reizdarm oftmals auch eine Unverträglichkeit auf medikamentöse Mittel aufweist, empfehlen viele Ärzte auch Arzneimittel aus der Pflanzenheilkunde wie zum Beispiel Pfefferminzöl und Ballaststoffe. Die psychotherapeutische Behandlung des Reizdarms wird individuell vom Therapeuten aufgestellt und beinhaltet oft Entspannungsübungen und Verhaltenstherapie.

Viele Betroffene erkennen genauso spät wie ihr Arzt, dass sie unter dem Reizdarmsyndrom leiden. Eine genaue Beobachtung des Körpers und insbesondere der Darmfunktionen können aber früh dazu beitragen, die Beschwerden des Reizdarms zu lindern.