Sterilisation - Der Schnitt will wohl überlegt sein

 

Nie wieder Pille oder Kondom, nie wieder über Verhütung nachdenken müssen. Das wünschen sich viele Paare. Doch die Entscheidung für eine Sterilisation, egal ob Mann oder Frau, will gut überlegt sein. Denn nicht immer gibt es für jeden trotz moderner Operationsmethoden einen Weg zurück.

Medizinisch gesehen ist die Operation beim Mann einfacher, risikoärmer und schneller als bei der Frau. Bei Männern wird die Vasektomie meist ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt und dauert zirka 15 bis 30 Minuten. Bei Frauen ist fast immer eine Vollnarkose nötig, um die Eileiter über einen Schnitt oder mehrere kleine Schnitte in der Bauchdecke zu durchtrennen oder auch an ihren Enden zu verschweißen.

Späte Reue ist in manchen Fällen jedoch nicht ausgeschlossen. Zwar ist die Methode in hohem Maße zuverlässig und Paare müssen sich nie mehr um Verhütung kümmern. Doch nicht unbedingt wenige Operierte bereuen ihren Schritt später. Der Tod eines Kindes oder neue Lebensumstände kehren die alte Überzeugung oft ins Gegenteil. Der häufigste Grund für den Meinungswechsel ist eine neue Partnerin oder ein neuer Partner. Paare sollten die Entscheidung deshalb gut überdenken. Vor allem jungen Leuten wird geraten, sich für die Entscheidung Zeit zu nehmen. Studien belegen: Am zufriedensten mit ihrem Entschluss sind Paare, die schon mehrere Kinder haben und bei der Sterilisation älter als 35 Jahre alt sind.

Wenn es ein Zurück geben soll, gestaltet sich der Eingriff bei Frauen schwierig. Um die Empfängnisfähigkeit wiederherzustellen ist es Voraussetzung, dass die Eileiter möglichst weitgehend erhalten geblieben sind. Bei Männern ist es weniger aufwendig, den Eingriff rückgängig zu machen. Wenn es der Mann wünscht, können Urologen die durchtrennten Samenleiter in der Regel wieder zusammennähen. Das Problem ist jedoch: Häufig stauen sich die Samenzellen in den Nebenhoden, so dass in solchen Fällen eine Art Bypass erforderlich ist.