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Esbjerg ist Dänemarks fünftgrößte Stadt und eine der jüngsten im Wikingerstaat: Erst 1868, nachdem Südjütland an Preussen gefallen war, wurde es am Staatshafen angelegt. Heute hat Esbjerg den größten Fischerei- und Ölhafen im Königreich, wandelt sich aber längst von einer reinen Industriestadt zu einem Ort mit kulturellen Ambitionen. Esbjerg schien lange von den Touristen ein wenig vergessen. Doch der 83000-Einwohner-Ort ist dabei, seine historische Chance zum zweiten Mal zu nutzen und den Strukturwandel zu einer modernen Dienstleistungs- und Kulturmetropole zu schaffen. Längst richtet sich Esbjergs Blick nicht mehr nur gen See, sondern verstärkt landwärts. Schließlich kommen von hier die meisten Gäste. Dabei war Esbjerg Jahrhunderte lang fast ausschließlich von der See abhängig. Besucher, die einen beschaulichen Fischereihafen suchen, sind in Esbjerg falsch. Eine Flotte aus über 100 Trawlern sorgt pro Jahr für etwa 600000 Tonnen Fisch. An Werktagen ist ab sieben Uhr Versteigerung der fangfrischen Ware in der über 250 Meter langen Auktionshalle, Zuschauer sind hierbei willkommen. Ebenso prägnant wie das Spektakel in der Halle sind von Wasserseite aus die vier neun Meter hohen Riesen, die der dänische Künstler Svend Wiig Hansen an den Strand von Sædding gesetzt hat: Esbjergs Wahrzeichen nördlich vom Hafen. |
Esbjergs Zentrum ist eine Mischung aus dem Baustilmix der Gründerzeit. Rund um König Christian IX., der die Entwicklung vom zentralen und abends stimmungsvoll beleuchteten Marktplatz aus hoch zu Ross betrachtet, bilden Gotik-, Barock- und Renaissancezitate ein fast postmodernes Potpourri. Zusammen mit modernen Einkaufshäusern an der Fußgängerzone Kongensgade ergibt das eine Erlebnismeile, die vor allem im Sommer viele Urlauber aus den nahen Nordsee-Feriengebieten Blåvand oder Vejers Strand anlockt. Auch Kunstinteressierte kommen in Esbjerg auf ihre Kosten. Vom Marktplatz führen hunderte in den Boden eingelassene Lampen direkt zum kulturellen Herzen der Provinzmetropole: In einer alten Parkanlage liegen gleich nebeneinander das frisch renovierte Esjberg Kunstmuseum mit einer sehenswerten Sammlung moderner Kunst des 20. Jahrhunderts und das neue Musikhaus, das die dänischen Stararchitekten Jan und Jørn Utzon entworfen haben. Ein weiteres Highlight in Esbjergs Kulturlandschaft ist das moderne Musikkonservatorium. Im umgebauten ehemaligen Elektrizitätswerk entstand ein einzigartiger Konzertsaal, dessen hervorragende Akustik Musiker und Zuhörer begeistert. Nicht nur Klassik-Fans kommen in Esbjerg auf ihre Kosten: das Multiveranstaltungshaus "Tobaksfabrikken" in der Gasværksgade hat eine attraktive Mischung aus Jazz, Rock, rhythmischer Musik oder Kindertheater auf dem Programm stehen. Esbjerg hat zudem im Museum neben einer Ausstellung zur Stadtgeschichte eine lohnende Abteilung zur 10000-jährigen Geschichte des Bernsteins, den man bei gutem Wetter an den nahen Stränden finden kann. Schönes Wetter in Esbjerg. |