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Sucht man die Färöer auf der Weltkarte, findet man sie als kleine Punkte im Nordatlantik, auf halber Strecke zwischen Schottland und Island. Genauer betrachtet sind diese Punkte 18 Inseln sowie zahlreiche Klippen mit einer Gesamtfläche von rund 1400 km2. Große Fjorde zerklüften die Landfläche, sodass es oft schwerfällt zu unterscheiden, ob der Blick über das Wasser schon auf die Nachbarinsel oder nur auf das gegenüberliegende Ufer einer Bucht angelangt ist. Das Meer sieht man fast immer, falls nicht gerade Nebel die Sicht behindert. Man kann sich auf den Färöern nicht weiter als 5 km von der Küste entfernen. Wegen der starken Zergliederung hat die Inselgruppe eine Küstenlänge von über 1000 km. Wo die Färöer im Norden, Süden und im Westen direkt dem offenen Atlantik treffen, leben fast ausschließlich Vögel. Hier sind durch die Brandung Steilküsten entstanden, die auf der Welt ihresgleichen suchen. |
Die Färöer sind die Überreste einer einst zusammenhängenden Landfläche, die in Intervallen von großer vulkanischer Aktivität und ruhigen Zwischenphasen entstand. Im Laufe von Jahrmillionen bauten sich so Lava und Ascheschichten von 3000 m Dicke auf. Nachdem Wind und Wasser bereits wieder große Teile des Inselplateaus abgetragen hatten, prägten schließlich die Eiszeiten die heutige Gestalt der Färöer maßgeblich. Die Eismassen flossen in vorhandenen Tälern ab und formten sie zu U-förmigen Trogtälern. Mit dem Abschmelzen der Gletscher am Ende der Eiszeit stieg der Meeresspiegel um fast 100 m, so daß viele Trogtäler überflutet wurden und Fjorde entstanden. Die Küsten der Färöer wurden stark durch die Meeresbrandung geformt. Der stetige Angriff der Wellen bildete Steilwände, Abbrüche, Felsnadeln und Grotten, die mit ihren unzähligen Nischen und Vorsprüngen ideale Brutplätze für Millionen von Seevögeln sind. Bei Tjörnuvik liegen die Felsen Risin und Kellingin - Riese und Trollweib. Von ihnen geht die Sage, sie hätten einst versucht, die Inseln durch das Nordmeer nach Island zu ziehen. Dies mußte bei Nacht geschehen, da sie wie alle Fabelwesen das Tageslicht meiden mussten. Bei der anstrengenden Arbeit vergaßen sie jedoch die Zeit und wurden von der Dämmerung überrascht. Das Tageslicht ließ die Wesen aus einer anderen Welt zu Stein erstarren. Heute leben etwa 50000 Menschen auf den Färöerinseln, 16000 davon in der Hauptstadt Thorshaven. Die Hauptstadt entstand im 16. Jahrhundert mit der Einführung des dänischen Handelmonopols. Auf einer Landzunge, die die beiden Häfen der Stadt trennt, befinden sich die Regierungsgebäude der Färöer. Kirkjubour, der frühere Bischofssitz der Inseln, liegt einige Kilometer von Thorshaven entfernt. Die erste Kirche entstand an dieser Stelle um 1060, sie wurde jedoch von einer gewaltigen Sturmflut zum größten Teil ins Meer gerissen. Die ältesten Gebäude des heute noch bewohnten Königsbauernhofes in Kirkjubour stammen aus dem 13. Jahrhundert. Auffällig an den alten Gebäuden sind besonders die bemalten Säulen neben einer der Außentüren. Sie zeigen Figuren, die aus den skandinavischen Tiermotiven der Stabkirchen bekannt sind. |