Branitzer Park in Cottbus - Ein Meisterwerk der Gartenkunst

 

Denkt man an Cottbus, schießt vielen der Gedanke durch den Kopf: Nicht mehr Deutschland und noch nicht ganz Polen. Doch die Lausitzmetropole hat weit mehr zu bieten als den erfolgreichen Fußballclub Energie Cottbus. Mit dem Branitzer Park, angelegt von Herrmann Fürst von Pückler-Muskau, verfügt die Stadt über eine einmalige Gartenanlage, die von der englischen Landschaftsgestaltung inspiriert ist.

Herrmann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871) legte den 100ha großen Park am Rande der Stadt Cottbus zwischen 1846 und 1871 an. Seine Fertigstellung übernahmen die Erben August und Heinrich Graf von Pückler. Kennzeichnend für den unter Denkmalschutz stehenden Park sind die zahlreichen Gräben, Teiche, Wiesen, Hügeln und zwei Pyramiden. Die Landpyramide befindet sich auf einem Hügel, die Wasserpyramide liegt in einem künstlichen See und ist die Begräbnisstätte des Ehepaares von Pückler.

Der von ihm geschaffene Landschaftspark ist ein Gartenkunstwerk von internationaler Bedeutung. Neben Peter Joseph Lenné und Friedrich Ludwig von Sckell war der namhafte Schriftsteller und Weltreisende Fürst Pückler einer der bekanntesten deutschen Gartengestalter des 19. Jahrhunderts.

Der Branitzer Park ist ein nach dem "Zonierungsprinzip" angelegter Landschaftsgarten mit differenziert gestalteten Parkbereichen. Der innere Park mit dem Gelände der Ökonomie und der Gärtnerei belegt eine Fläche von ca. 100 ha. Fürst Pückler gestaltete den umgebenden Feldflur, den äußeren Park auf einem Gesamtareal von ca. 600 ha. Um das Schloss legte er einen sehr reich ausgestatteten Pleasureground (den Blumenpark) an, der über Blumenbeete, Plastiken, weitere Schmuckelemente und Ziergehölze verfügt. Während Pückler im äußeren Park nur einheimische Gehölze verwendete, ließ er im Blumenpark auch fremdländische Gewächse pflanzen. Für die Gestaltung des Parks nutzte Fürst Pückler den hohen Grundwasserstand und die in der Nähe gelegene Spree, um in seinem Park ein umfangreiches, künstliches Gewässersystem zu schaffen. Mit dem Aushub aus den Seen und Kanälen ließ er das gestalterisch vollendete Geländerelief des Parks anlegen.

Durch meisterhafte Gruppierung der Gehölze, künstlerisch gelungene Behandlung des Reliefs und geschickte Wegeführung schuf der Fürst mit dem Park eine Art Bildergalerie, in der sich dem Betrachter beim Spazierengehen eine Folge dreidimensionaler Gartenbilder darbietet.

Inmitten des Parks liegt das Schloss Branitz, das ist seit 1696 Hauptsitz des Lausitzer Familienzweiges. Durch die Bodenreform im Jahre 1945 wurde die Familie von Pückler enteignet, seit 1946 ist das Schloss ein Museum. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten ab 1991 erstrahlt das Gebäude wieder in seinem ursprünglichen rosé mit schwarzem Dach.