|
Auf dem Gebirgskamm des Thüringer Waldes und des Thüringer Schiefergebirges verläuft in ca. 500-950 Meter Höhe der Rennsteig, der schönste und traditionsreichste Wanderweg und gleichzeitig der längste Höhenwanderweg Deutschlands. Der Rennsteig beginnt an der Einmündung der Hörsel in die Werra und endet nach 168 Kilometern in Blankenstein westlich der oberen Saale. Erstmals taucht die Bezeichnung Rennsteig 1330 in einer in Schmalkalden gefertigten Urkunde auf. Zum ersten Mal wurde der Rennsteig in seiner Gesamtheit und heutigen Verlauf, von dem gothaischen Offizier und Topographen Julius von Pläncker 1830 beschrieben, nachdem er die Strecke in 44 Stunden in 5 Tagesetappen begangen hatte. Mittlerweile hat die Sprachforschung festgelegt, dass Rennsteig die Bezeichnung für einen auf- und absteigenden Bergpfad sei, auf dem man schnell vorwärtskommt. Der Thüringer Rennsteig führt an mehreren hundert Grenzsteinen und 13 Dreiherrensteinen, die eine Vielzahl von ehemaligen Ländergrenzen bekunden, vorbei. Der älteste stammt von 1513, die meisten der noch vorhandenen Steine aus dem 18. Jahrhundert. An den Dreiherrensteinen stießen die Territorien dreier Länder aneinander. |
Der Wanderweg Rennsteig wird seit ca. 100 Jahren mit einen weißen „R“ auf blauen Grund, in der neueren Zeit auch mit einem blauen Andreaskreuz X gekennzeichnet. Das weiße „R“ wurde auch als „Mareile“ bezeichnet. Mareile war die Tochter eines Försters im Gast- und Forsthaus "Weidmannsheil", dem Gründungsort des Rennsteigvereins. Dieser wurde 1896 gegründet. Aber auch die Zeitschrift des Rennsteigvereins hieß Mareile. Auf den 168 Kilometern des Rennsteigs bieten sich eine Fülle von Sehenswerten und Eindrücken. Dichter Hochwald, markant aufragende Berge, steile Täler mit felsdurchsetzten Hängen, aussichtsreiche Hochflächen mit Ausblick auf Städte und Gemeinden, Burgen und Schlösser, Gipfel und Bergrücken. Die Übernachtungsmöglichkeiten entlang des Rennsteiges sind recht gut. Für Leute mit wenig Geld empfiehlt sich auch das Übernachten direkt in der Natur, was man am Rennsteig sehr gut auch ohne Zelt durchführen kann. Entlang des Rennsteiges gibt es etwa alle fünf bis zehn km kleine, offene Unterstandshütten. Im Winter bei hohem Schnee sollte man Ski oder Schneeschuhe benutzen. |