Spreewald - Zu jeder Jahreszeit ein faszinierendes Ausflugsziel

 

Es heißt, die Spreewaldgurke sei bekannter als der Spreewald. Auf jeden Fall macht sie allerorts Appetit auf ihre schöne Heimat. Und das in geschmackvoller Art als berühmte saure Gurke, Gewürzgurke, Pfeffergurke, Knoblauchgurke oder Senfgurke. Der dazugehörige Spreewald mit seinen Fließen und Wiesen ist in seiner Art einmalig in Europa. Mit ca. 70 km Länge und 15 km Breite im Oberspreewald und ca. 8 km Breite im Unterspreewald bildet der Spreewald ein schmales bandähnliches Eiland im Sande der Mark Brandenburg.

Der Sage nach soll der Teufel bei der Entstehung des Spreewaldes seine Hände im Spiel gehabt haben. Mit zwei großen schwarzen Ochsen vorm Pflug wollte Luzifer das Bett der Spree in die Landschaft pflügen. Doch die Tiere zogen die Furchen statt gerade kreuz und quer durch die Landschaft. Der Höllenfürst wurde wütend und fuhr mit Gebrüll wieder in die Hölle. In Wirklichkeit war es natürlich anders, denn der Spreewald hat seinen Ursprung in der Eiszeit. Als nach dem Brandenburger Stadium der Eiszeit Schmelzwasser beim heutigen Lübben der Ausschürfung einer Gletscherzunge folgte und nach Norden strömte, wurde die Niederung des Unterspreewaldes geformt. Nach der Eiszeit entstand das Labyrinth der Fließe.

Um diese Landschaft von internationaler Bedeutung zu erhalten und auch in Zukunft zu bewahren, wurde der Spreewald im März 1991 in die Liste der UNESCO-Biosphärenreservate aufgenommen. Von den rund 1550 km Wasserläufen, die das Biosphärenreservat durchziehen, werden 276 km für die touristische Kahnfahrt genutzt. Das Zusammenspiel von Landschaft, Natur und menschlichen Bauwerken schafft dabei eine einzigartige, romantische und zuweilen geheimnisvolle Atmosphäre.

Ein Besuch und eine Kahnfahrt im Spreewald lohnen zu jeder Jahreszeit. Leuchtend gelb blühen im Frühling die Sumpfdotterblumen, überall ertönt der muntere Gesang der Vögel. Über 100 Weißstorchpaare ziehen im Sommer ihre Jungen groß und sind auf den Wiesen bei der Nahrungssuche zu beobachten. Überwinternde Wasservögel und viele durchreisende fliegende Gäste vom Höckerschwan bis zum Zwergtaucher prägen das Bild vom Herbst ebenso die Farbenpracht der Wälder. Zugefrorene Fließe und vom Schnee bepuderte Bäume schließlich bilden die frostige Erhabenheit kalter, klarer Wintertage. Und diese Tage sind die einzige Zeit im Jahr, in der im Spreewald nicht Kahn gefahren wird.

Ortsnamen, Straßennamen und Namen der Wasserwege sind im Spreewald übrigens zweisprachig. Der Spreewald und die Lausitz zählen zum Siedlungsgebiet eines kleinen slawischen Volkes: der Sorben bzw. Wenden. Ihre eigene Muttersprache und ihr Brauchtum sind von unschätzbarem Wert für den Spreewald, beides ist bis heute lebendig geblieben. 
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