|
„Würzburger Stein“, „Eschendorfer Lump“ – Weinkenner bekommen glänzende Augen, wenn von den edlen Tröpfchen die Rede ist, die rund um Würzburg und an den Mainfranken-Hängen links und rechts des gemächlich dahinströmenden Mains gedeihen. Vor allem im Oktober, wenn in den Kellern der neue Wein gärt und in den malerischen Winzerorten feste gefeiert wird, lohnt sich die Reise hierher. Aber nicht nur Freunde des Weins, auch Freunde der Kunst kommen voll auf ihre Kosten. Es ist nicht zu übersehen und ein Blick auf die Karte genügt, um sich davon zu überzeugen: Südlich von Schweinfurt, bei Volkach etwa, gerät der Main heftig in Schlingerkurs. Spötter meinen sogar, der Fluss käme hier ins „Torkeln“ und liefern die Erklärung gleich mit: Das käme von den herrlichen Tröpfchen, die links und rechts des Tals und fruchtbaren Böden gedeihen. Doch wieso sollte es dem Main besser gehen als den vielen Gästen, von denen sicher viele bei der Reise durch die Würzburger Gegend und Mainfranken gern einmal ins Gläschen schaut. |
Der Wein öffnet den Geist für die schönen Dinge des Lebens, sagt man. Und von denen gibt es in Würzburg und Mainfranken eine Menge zu entdecken. Vor allem in Würzburg erwarten den Besucher einige weltberühmte Meisterwerke der Architektur und der Kunst, allen voran die ehemalige fürstbischöfliche Residenz. Die weit sichtbaren Türme vom Dom, Neumünster, Marienkapelle, Stift Haug und Käppele und der romanische Geschlechterturm Grafeneckart des Rathauses prägen im Einklang mit der Alten Mainbrücke und der mächtige Festung Marienberg das Stadtbild von Würzburg. Nur wenige Kilometer vor den Toren der Stadt Würzburg lockt ein weiteres barockes Juwel: Das Veitshöchheimer Schloss mit dem schönsten Rokokogarten Europas. Blumenrabatten, Laubengänge, Pavillons, Grotten und der Skulpturgarten mit mehr als 300 Steinfiguren erwarten den Gast. Wer in kurzer Zeit möglichst viele der romantischen Weinorte rund um Würzburg anschauen möchte, reist am besten über die Bocksbeutelstraße, die in mehreren Varianten über 200 Kilometer kreuz und quer durchs fränkische Weinland führt. Am schönsten ist ein solcher Ausflug natürlich, wenn das goldene Herbstlaub an den Weinstöcken leuchtet und im Fränkischen Weinland allerorts fröhliche Weinfeste steigen. Schon Goethe hatten es die Tröpfchen Frankens angetan. Einem Freund schrieb er: „Sende mir noch einige Würzburger, kein anderer Wein will mir schmecken. Und ich bin verdrießlich, wenn mir mein Lieblingstrunk abgeht...“ |