Rhodos - Der Vorposten des Abendlandes

 

Die Insel Rhodos ist mit ihren rund 1400km2 die größte Insel im griechischen Raum. Rhodos war bereits in der Jungsteinzeit besiedelt, was wohl an der geografischen Lage und dem angenehmen Klima mit 270 Sonnentagen pro Jahr lag. Rhodos war Jahrhundertelang eine der führenden Mächte der Ägäis, erst das verheerende Erdbeben im Jahr 226 vor Christus zerstörte die damals 100000 Einwohner große Stadt und auch den Koloß von Rhodos, eines der sieben Weltwunder. Man vermutet, dass die 34 Meter hohe Bronzestatue des Gottes Helios über der Hafeneinfahrt stand.

Im Jahr 1309 eroberten die Ritter des Johanniterordens die Insel und gründeten eine Stadt als Vorposten des Abendlandes. Erst 1522 gelang es dem türkischen Sultan Suleiman dem Prächtigen, die Stadt zu erobern und die Johanniter zu vertreiben. Die mittelalterliche Stadt ist von einer gewaltigen Festungsmauer umgeben. Das eindrucksvollste der noch erhaltenen 7 Stadttore ist das Meerestor gegenüber des Emborio-Hafens, der früher der Kriegshafen von Rhodos war. Auch aus der Zeit vor der Eroberung durch die Johanniter sind noch Bauwerke erhalten, so z.B. Reste einiger Tempelanlagen, ein antikes Theater und Sportanlagen, die in unserem Jahrhundert teilweise rekonstruiert wurden.

Aber auch außerhalb der Stadt gibt es attraktive Ausflugsziele. Ein Besuch von Lindos gehört fast schon zum Pflichtprogramm. Auf einem Steilfelsen über der Ortschaft erinnert die antike Akropolis mit dem Tempel der lindischen Athene an die Vergangenheit. Weitere lohnende Ausflugsziele sind das Kloster Agios Nikolaos Fountouki im Inselinneren, das Kastell Kristinia an der Westküste und die Ausgrabungen von Kamiros. Die terrassenförmig angelegte Stadt, in der vor allem Handwerker lebten, die für ihre keramischen Erzeugnisse und Goldschmiedearbeiten über Rhodos hinaus bekannt waren, erlangte aber nie die gleiche Bedeutung wie Lindos.

Wer dem Trubel entkommen möchte, findet an der Ostküste zwischen Faliraki und Gennadi die schönsten Strände der Insel, einige nahezu unverbaut. Im Inselinneren und im Südwesten ist das Leben noch weitgehend unberührt vom Fremdenverkehr geblieben. Rhodos ist eine fruchtbare Insel und kann sich mit Obst und Gemüse selbst versorgen. Auch Wein gedeiht hervorragend und im Frühsommer ist die ganze Insel mit einem grünen Teppich und Blumen überzogen, die ein wahres Blütenmeer bilden.

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