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874 landete der Norweger Ingólfur Arnarson mit seinen Schiffen in Island. Zunächst ließ er sich an der Südküste nieder, vermutlich in der Nähe von Ingolfshöfði nahe dem heutigen Skaftafell Nationalpark. Der Legende nach warf er die Säulen seines Hochsitzes ins Meer und versprach, sich dort niederzulassen, wo das Meer die Säulen wieder an Land spülte. Einige Jahre später fand man die Säulen in einer Bucht an der Westküste, die von Dampfsäulen heißer Quellen umgeben waren. Ingólfur ließ sich in der Bucht nieder und nannte sie Reykjavík, was so viel wie Rauchbucht bedeutet. Viele Jahrhunderte bestand die Ansiedlung in der Rauchbucht nur aus ein paar Bauernhöfen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich Reykjavík aber langsam zum Handelsplatz und Amtssitz der dänischen Verwaltung. Bei der Verleihung der Stadtrechte am 18. August 1776 hatte Reykjavík gerade einmal 300 Einwohner, im Jahr 1900 waren es bereits 5000, heute sind es rund 100000. Die kurze Geschichte der Stadt ist wohl auch der Hauptgrund, weshalb man in der Hauptstadt Islands historische Gebäude vergebens sucht. Die ältesten Gebäude der Stadt stammen aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Zu ihnen gehört u.a. das kleine weiße Gebäude an der Lækjargata im Stadtzentrum. Es wurde im Jahr 1771 ursprünglich als Gefängnis gebaut und beherbergt heute die Büros des Premierministers. |
Mitte des 18. Jahrhunderts versuchte der Landvogt Skúli Magnússon, in Reykjavik Handwerksbetriebe und Manufakturen anzusiedeln, nicht zuletzt, um Island unabhängiger von Dänemark zu machen und die Stadtentwicklung voranzutreiben. Aus dieser Zeit stammt das Haus Aðalstræti 10. Es beherbergt eine urige Kneipe und gilt als ältestes Haus der Stadt. Besonders fällt ein großes Gebäude aus Holz auf, die Menntaskólinn. Die Geschichte dieser Schule läßt sich bis in 11. Jahrhundert zurückverfolgen. Damals wurde sie am ehemaligen Bischofssitz Skálholt gegründet. Hier drückten die Nobelpreisträger Níels Finsen (1903, Medizin) und Halldór Laxness (1955, Literatur) die Schulbank. Hinter dem Parlament liegt das neue Rathaus von Reykjavik. Im Foyer findet sich eine riesige Reliefkarte Islands, die einen hervorragenden Überblick über Island vermittelt. Alleine schon aus diesem Grund ist das auch architektonisch interessante Rathaus einen Besuch wert. Die Hallgrimskirche krönt mit ihrem 73m hohen Turm, der über alle anderen Gebäude Reykjavíks hinausragt, Islands Hauptstadt auf eindrucksvolle Weise. Die Erdwärme ist einer der größten und bedeutendsten Naturschätze Islands. Die Einwohner von Reykjavík erhalten ihr heißes Wasser seit mehr als 60 Jahren aus der Erde. Es ist eine billige, sichere und vor allem umweltfreundliche Energiequelle. Von Reykjavik aus sind auch zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die mit der Erdwärme im Zusammenhang stehen, bequem zu erreichen. Nach rund 2 Stunden Fahrtzeit erreicht man z.B. das Haukadalur mit seinen Geysiren, in deren Nähe sich übrigens auch der bekannte Wasserfass Gullfoss befindet. Etwa eine Autostunden von Reykjavik entfernt kann man in der Blauen Lagune ein Bad im Thermalwasser unter freiem Himmel genießen. |