Lipari - Die göttliche Schmiede

 

Nördlich von Sizilien liegen die Liparischen Inseln, eine Gruppe von sieben Vulkanen. Vulcano ist die drittgrößte Insel der Lipari-Gruppe und liegt 20 km vor der Küste Siziliens. Trotz dieser Nähe entstand das erste Gebäude Vulcanos erst im Jahr 1880. Ein Grund dafür ist, dass die Insel seit Urzeiten als Sitz des Gottes Vulcanos und der Zykloben galt, die dort die Schmiede für die Blitze von Göttervater Zeus betreiben. Die Hauptattraktion eines Vulcanobesuchs ist die Besteigung des fast 400 m hohen Gran Cratere, der in den letzten 10000 Jahren durch wiederholte Vulkanausbrüche entstand. Die Gipfelregion ist eine vegetationslose Einöde, eine wahre Mondlandschaft. Besonders beeindruckend sind die Fumarolen mit ihren gelben Schwefelablagerungen und anderen Mineralien. Vom Gipfel bietet sich auch ein beeindruckender Rundblick über Vulcano und die benachbarten Inseln der Lipari-Gruppe.

Lipari ist mit 8000 Einwohnern die größte Stadt der Inselgruppe und liegt auf der gleichnamigen Insel. Mauerreste aus griechischer und römischer Zeit zeugen eine lange Besiedlungsgeschichte. Lipari ist Verwaltungssitz für die Inseln und bietet zahlreiche kulturelle Veranstaltungen. In den beiden Häfen der Stadt herrscht ständig geschäftiges Treiben und besonders im Südhafen entsteht am Nachmittag typisches Inselleben, wenn die Fischer ihre Netze flicken oder die alten Männer im Schatten der Kirche ihren Plausch halten. Nur drei km nordöstlich von Lipari liegt Salina, die zweitgrößte der Liparischen Inseln. Sie wird von zwei fast 1000 m hohen Vulkankegeln geprägt. Eine Wanderung durch die Kastanien- und Korkeichenwälder vermittelt einen Eindruck von der abwechslungsreichen Vegetation. Im Nordwesten der Insel liegt an einer gut 100 m hohen Steilküste die Ortschaft Polara. Sie ist berühmt für die märchenhaften Sonnenuntergänge, wo sich das rötliche Licht fast eine Stunde lang im Wasser spiegelt.

Stromboli ist eine Insel, die nur aus dem Vulkan und den dazugehörigen Mythen besteht. Steil ragt der Kegel des einzigen permanent tätigen Vulkans von Europa fast 1000 m aus dem Meer auf. Unter dem Meeresspiegel setzt er sich bis in eine Tiefe von 2300 m fort. Vor jeden Blick in den Kraterschlund steht ein schweißtreibender Aufsteig zum Gipfel, der vier bis sechs Stunden dauert. Schon seit über 2000 Jahren schleudert der Stromboli in kurzen Abständen Lavafontänen zum Himmel und schon griechische und römische Seefahrer nutzten den Vulkan als natürliches Leuchtfeuer. Bei vielen Eruptionen erreichen die Lavafontänen Höhen von über 300 m. Die Übernachtung auf dem Stromboli und die Beobachtung der Ausbrüche ist für viele Besucher das beindruckendste Naturerlebnis ihres Lebens!