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Wenn der Sommer vorbei ist und die Touristenschwärme die Stadt der Maler, der Musiker und der großen Baumeister verlassen haben, ist die Faszination von Venedig dennoch geblieben. Die Traumstadt am Canal Grande, die auf 118 Inseln erbaut wurde, ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. „Oh Venedig, Venedig! Welch tiefer Zauber!“ schwärmte einst Franz Liszt voller Leidenschaft. Richard Wagner inspirierte die bittersüße Melancholie der Lagunenstadt zu seinem „Tristan und Isolde“. Zwar sind die Zeiten der stolzen Logen und ihrer prunkvollen Palazzi längst vergangen, die Touristen machen aber trotzdem nicht halt vor Venedig. Wer einmal eingetaucht ist in die traumhafte Kulisse von Venedig, der wird von ihr gefangengenommen. |
Venedigs Herz schlägt seit Jahrhunderten an der Piazza San Marco mit dem weltberühmten Markusdom, der auf 2463 Säulen ruht. Die Pracht ist überwältigend und verwirrend zugleich durch 4000 qm glänzende Mosaiken, die ältesten aus dem 11. Jahrhundert, die Pala d´Oro, das goldene, mit Edelsteinen besetzte Altarbild, die Schatzkammer. Von hier aus sind es nur wenige Schritte bis zum Palazzo Ducale, dem Palast der Paläste. Im Inneren ist der einstige Regierungssitz der Dogen ein einziges Museum. Ein absolutes Muss ist der Saal des Großen Rates mit einem Tintoretto-Gemälde von gigantischen Ausmaßen. Treppen führen vom Saal direkt über die Seufzerbrücke zu den berühmt-berüchtigten Bleikammern. Casanova war dort 1755 eingesperrt, entfloh aber spektakulär durch eine Dachluke. Venedig zu Fuß oder vom Wasser – beides muss man erlebt haben. Ein Stadtplan ist überflüssig. Die schmalen Gassen durchziehen die Stadt von einer Wasserseite zur anderen, stoßen an Kanäle oder münden in einen der vielen Plätze. Im Stadtteil San Polo, dem Geschäftszentrum der alten Handelsstadt, ist der Besuch der gotischen Kirche Santa Maria Gloriosa dei Frari und der Barockpalast Ca´Pesaro empfehlenswert. Venedig ist wie eine Reise in eine andere Zeit, in eine andere Welt, eine Welt der wunderbaren Träume. |