Lofoten - Naturgewalten um den Polarkreis herum

 

Roh und unbehauen ragen die Bergketten der Lofoten aus dem Atlantik und bilden eine schier undurchdringbare Mauer. Nähert man sich der Inselgruppe vom norwegischen Festland her, löst sich die Lofotenwand langsam in einzelne bis zu 1000 m hohe Berge auf. Die Lofoten, die übersetzt soviel wie "Luchsfuß" bedeuten, liegen rund 150km nördlich des Polarkreises und erstrecken sich von der norwegischen Küste etwa 100km ins Meer.

Die Gesamtfläche der Inseln beträgt rund 1230 qkm. Landschaftlich bieten sich auf engstem Raum eine unglaubliche Vielfalt. Harsche Berggipfel lassen sich ebenso wie alte Bergketten finden, die während der Eiszeit abgeschliffen wurden. Das Landschaftsbild zeigt aber auch durch weich geschwungene, bewaldete Hänge, weite Moore, grüne Weideflächen und weiße Sandstrände. Vor der Küste bilden eine Vielzahl kleinster Inseln ausgedehnte Schärengärten. Ein spektakuläres Schauspiel bieten die Wassermassen, die zwischen den einzelnen Inseln den Gezeitenströmen folgend gewaltige Strudel und Strömungen bilden.

Mehrere hundert Pflanzenarten, darunter auch wärmeliebende wie die Glockenheide oder die Seerose, sind in den Lofoten zu finden. Grund für diesen außergewöhnlichen Reichtum ist der Golfstrom, der warmes Wasser bis vor die Küste der Lofoten transportiert. Der Golfstrom ist ebenso dafür verantwortlich, dass die Gewässer der Lofoten besonders fischreich sind. Der Fischreichtum hat wesentlich dazu beigetragen, dass sich überhaupt Menschen auf der Inselgruppe angesiedelt haben. Die Geschichte der Lofotfischerei ist über 1000 Jahre alt. In den Monaten von Januar bis März kamen und kommen z.T. auch heute noch Fischer aus dem ganzen Land, um Dorsche zu fischen.

Ein Besuch in Nusfjord ist genauso geeignet, einen Einblick in die Lofotfischerei zu bekommen wie der Besuch des Stockfischmuseums in Å. Der gefangene Dorsch wird auch heute noch an Holzgestellen aufgehängt und an der Luft getrocknet. Die besseren Qualitäten werden vor allem nach Italien exportiert und dienen als Fastenspeise, die schlechteren Qualitäten gehen in afrikanische Länder. Neben dem Fischfang gibt es nur wenige Einnahmequellen, der Tourismus spielt dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle, denn die Lofoten sind das ganze Jahr über eine Reise wert. Die meisten Besucher kommen während der Sommermonate und genießen die langen, klaren Tage sowie das weiche Licht der Mitternachtsonne, die von Ende Mai bis Mitte Juli sichtbar ist. Doch sind die Wintermonate nicht weniger interessant. Vor allem während der sechswöchigen Polarnacht faszinieren die am Himmel in unzähligen Farben tanzenden Nordlichter. Die Landschaft der Lofoten lädt nicht nur Wanderer und Naturliebhaber ein. Auch die Fantasie wird durch die bizarren Landschaftsformen und das Schauspiel des permanent wechselnden Lichtes beflügelt. So verwundert es nicht, dass sich um viele Orte Geschichten und Sagen ranken.