St. Petersburg – In den „weißen Nächten“ entfaltet die alte Zarenstadt ihren ganzen Glanz

 

Maler und Dichter hat dieses magische Licht inspiriert. Im Juni und Juli wird der Himmel über der Newa nie dunkel und St. Petersburg erstrahlt in den faszinierendsten Tönen. Prunkvolle Paläste und Kirchen, Museen mit atemberaubenden Schätzen, mehr als 500 Brücken – einfach märchenhaft, als wäre die Zeit hier stehen geblieben.

„Welch ein Unterschied zwischen den beiden. Moskau ist noch bis heute ein langbärtiger russischer Bauer, Petersburg dagegen ist schon ein gewandter Europäer.“ Poetische Skizzen des russischen Dichters Nikolaj Gogol, aber nicht – wie man vielleicht annehmen mag – aus unserer Zeit. Nein, er verfasste diese Liebeserklärung an sein St. Petersburg bereits 1836.

Die Schönheit und Besonderheit von St. Petersburg hat von jeher die Künstler fasziniert. Einer der größten Schriftsteller des Landes, Fjodor Dostojewski, verewigte sie in 20 seiner 30 Bücher. Einem Phänomen St. Petersburgs hat er sogar einen Titel gewidmet: „Die weißen Nächte“. Ein Naturschauspiel, dass sich von Anfang Juni bis Mitte Juli abspielt. Aufgrund der Lage, nur wenig südlich des Polarkreises, wird es in diesem Sommernächten nie richtig dunkel. Ein seltsam märchenhaftes Licht fällt auf die pastellfarbenen Paläste St. Petersburgs, sie leuchten zartgelb, mattgrün, blau oder blassorange. Ein unbeschreiblicher Zauber wohnt diesem Augenblick inne, eine Einmaligkeit, die man nie mehr vergessen wird.

St. Petersburg, das im Kriegsjahr 1914 in Petrograd umbenannt wurde, dann von 1924-91 Leningrad hieß, ist die Stadt der Paläste und Kirchen, der Museen und Künste. Am besten, man erobert die Sehenswürdigkeiten zu Fuß. Aber egal wohin man spaziert, an einer der 540 Brücken über die Newa, die 68 Kanäle oder Flüsschen kommt man nicht vorbei.

Die gigantische Goldkuppel der Isaaks-Kathedrale dominiert die Silhouette von St. Petersburg: 111 Meter lang, 97 Meter breit und 102 Meter hoch ist die größte Kirche Russlands. Wer die 565 Stufen zur Kuppel hinaufsteigt, wird mit einem grandiosen Blick belohnt. Am Isaaks-Platz steht die breiteste Brücke (mehr als 100 Meter) und das Jussupow-Palais. Hier wurde im Winter 1916 der legendäre Mönch Rasputin ermordet. Die Krönung aller Zarenpaläste erwartet den Besucher rund 30 Kilometer außerhalb von St. Petersburg: Ein barockes Märchenschloss auf einem Steilhang über der Ostsee, der Peterhof, erbaut nach dem Vorbild von Versailles.