|
Unter dem Begriff Handschrift versteht man das Schriftbild eines Menschen. In der Bundesrepublik Deutschland lernen Kinder ab sechs Jahren das Schreiben. Doch während die Kinder zu anfangs ausschließlich Vorgaben kopieren und seitenlang einzelne Buchstaben abmalen, prägt sich das Schriftbild mit zunehmender Routine immer stärker aus. Die Handschrift wird markanter, individueller und ist schließlich absolut eindeutig auf einen Schreiber zurückzuführen. Ein Umstand, der gleich mehrere Auswirkungen hat. In der Psychologie wird diese Methode benutzt, um Patienten bei Problemen mit ihrer Persönlichkeitsentwicklung oder dem sozialen Umfeld Tipps und Erklärungen zu geben. Historiker versuchen dagegen aus der Handschrift berühmter Personen Auskünfte über die Persönlichkeit zu bekommen. So befassten sie sich z.B. in der Vergangenheit mit dem besonders geschwungenen "S" in Goethes Handschrift. Dennoch sind die Ergenisse dieser wissenschaftlich anerkannten Vorgehensweise leider nicht belegbar und somit nur schwer zu überprüfen. |
Beim Schriftvergleich nutzen Kriminalisten und Gutachter die Persönlichkeit der Handschrift. Sie lassen bei ihrer Arbeit jegliche psychologischen, soziokulturellen Dimensionen außer Acht. Hier geht es ausschließlich darum, Handschriften zu vergleichen, um herauszufinden, wer der tatsächliche Urheber eines Briefes, Testamentes oder Autogrammes ist. Auf diesem Wege lassen sich erstaunlich exakte Angaben machen und Fälschungen mit einer Wahrscheinlichkeit von 99% entlarven. Denn die alte Metapher „die Handschrift tragen“ hat eine wahre Quelle. Jede Handschrift ist weltweit einzigartig und verrät ihren Produzenten fast so eindeutig wie ein Fingerabdruck. Gutachter und Sachverständige.
|