Was in den 1980er Jahren mit der Vernetzung in Unternehmen begann, hat sich im Laufe der 1990er Jahre mit dem Internet-Boom in rasender Geschwindigkeit weiterentwickelt. Neben dem klassischen Telefonnetzwerk ist nun eine zweite Kommunikations-Infrastruktur mit einer sehr hohen Flächendeckung und inzwischen vielfach höherer und weiter stark wachsender Übertragungsleistung entstanden – das Internet.
Telefonieren über das Internet, auch "Voice over Internet Protocol" (VoIP) kann man sich wie die klassische Telefonie vorstellen. Wie bei der herkömmlichen Telefonie teilt sich das Telefongespräch hierbei in drei grundsätzliche Vorgänge auf. Diese Vorgänge sind der Verbindungsaufbau, die Gesprächsübertragung und der Verbindungsabbau. Im Unterschied zur klassischen Telefonie werden beim Telefonieren über das Internet aber keine „Leitungen“ durchgeschaltet, sondern Sprache in kleinen Paketen, eventuell auch über verschiedene Wege, transportiert.
Damit möglichst viele Telefonate zur gleichen Zeit stattfinden können, muss der Betreiber des Telekommunikationsnetzes entsprechend große Kapazitäten besitzen. Beim Versand von Datenpaketen, wie das beim Telefonieren über das Internet der Fall ist, kann das vorhandene Netz viel besser ausgelastet werden. So passen mehr Gespräche in die Leitung. Damit kann das Einzelgespräch so preiswert werden wie der Versand einer e-Mail. Es kostet nämlich gar nichts.
Beim Telefonieren über das Internet entstehen erst dann Kosten, wenn das Gespräch über ein SIP-Gateway (SIP = Session Initiation Protocol) ins Fest- oder Mobilfunknetz weitergeleitet wird. Ganz genau betrachtet, kommen pro Gesprächsminute anteilig noch die Grundkosten für den Internet-Anschluss dazu. Da sich bei DSL-Anschlüssen jedoch meist Flatrates oder Volumentarife durchgesetzt haben, macht die genaue Berechnung kaum Sinn.
Wie schon vermutet, ist die Mindestvoraussetzung ein Internetanschluss, der möglichst schnell sein sollte. In Kombination mit DSL erreicht die Sprachqualität absolut das Festnetz-Niveau.