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Anne Robert Jacques Turgot, baron de l'Aulne, wurde am 10. Mai 1727 in Paris geboren und starb am 18. März 1781. Der französischer Staatsmann war ein Ökonom der Vorklassik, seine vorrangige Leistung war die Beschreibung der Grundzüge des Ertragsgesetztes. Anne Robert Jacques Turgot entstammte einem Adelsgeschlecht aus der Normandie. Ein erstes Interesse an der Ökonomie zeigt ein Brief von 1749 über das Papiergeld, welchen er an einen Kommilitonen schrieb und darin John Laws Papiergeld-System behandelte. |
Anne Robert Jacques Turgot hat in seinen verschiedenen Schriften zu ökonomischen Fragen einige wichtige Konzepte der klassischen Nationalökonomie vorweggenommen, ohne sie systematisch zu entfalten. Dazu gehören die Unterscheidung zwischen absoluten, durchschnittlichen Erträgen und Grenzerträgen (in der Landwirtschaft) und die Analyse der Funktionsweise von Märkten im Sinne eines Gleichgewichts- und Wettbewerbsmechanismus. Anne Robert Jacques Turgot spricht sich auch gegen das Zinsverbot aus, da der Zins auf dem Geldmarkt die Anpassung S (Sparen) = I (Investitionen) gewährleistet. Deshalb ist ein Zinsverbot ineffizient. Ein Zinsverbot bedeutet, keinen Anreiz zum Sparen zu geben, dieses ist jedoch Voraussetzung für Investitionen. Entsprechend betont Anne Robert Jacques Turgot die Bedeutung von Kreditmärkten. Als zeitweiliger Finanzminister unter Ludwig XVI., konnte Anne Robert Jacques Turgot einige Vorstellungen der Physiokraten - zu denen er sich selbst in gewisser Distanz hielt - in die französische Wirtschaftspolitik einfließen lassen. Wichtige wirtschaftspolitische Reformen - wie die Abschaffung ländlicher Frondienste, die Aufhebung der Zünfte und eine geplante Steuerreform - scheitern jedoch am Widerstand der Interessensgruppen, was schließlich auch zu Anne Robert Jacques Turgot Entlassung als Minister führte. |