David Ricardo – Mit komparativen Kostenvorteilen zu Tauschvorteil und Produktspezialisierung

 

 

David Ricardo wurde am 19. April 1772 in London geboren und starb am 11. September 1823. David Ricardo war ein Vertreter der Klassik und einer der bedeutendsten englischen Nationalökonomen. Der Sohn jüdischer Eltern erlangte als Börsenmakler früh ein Vermögen, wodurch er sich ausschließlich ökonomischen Studien widmen konnte.

Der wichtigste Beitrag von David Ricardo zur Außenhandelstheorie ist die Theorie der komparativen Kostenvorteile. Im Anschluss an Smith betont David Ricardo die Vorteile des Außenhandels, jedoch nicht nur bei absoluten - wie Smith -, sondern auch bei komparativen Kostenvorteilen der Volkswirtschaften. Außenhandel lohnt sich nicht nur, wenn beide Länder jeweils ein Produkt günstiger produzieren können, sich deshalb auf dieses Produkt konzentrieren und die Überschüsse tauschen, sondern auch wenn ein Land beide Produkte günstiger produzieren könnte. Dann lohnt es sich, sich auf das Produkt mit dem höchsten Kostenvorteil zu konzentrieren und das andere, mit geringerem komparativen Kostenvorteil zu importieren (was natürlich ein ausgeschöpftes Produktionspotential und nationale Flexibilität der Produktionsfaktoren voraussetzt). Zudem geht David Ricardo von einer internationale Immobilität von Kapital und Arbeit aus.

Die internationale Anpassung (Gleichgewicht) erfolgt nicht über den Ausgleich der Profitraten (wie bei regionaler Arbeitsteilung), sondern durch die Tausch- und Wechselkursrelationen. Außenhandel lohnt sich nach David Ricardo bis die Opportunitätskosten gleich 0 sind (bzw. sich die Transformationrelationen (die Steigung der Transformationskurven) angleichen), danach gäbe es keine komparativen Vorteile mehr. Dieses Gleichgewicht (diese Konstellation) realisiert sich bei freiem Außenhandel automatisch.

Vorteile entstehen nach David Ricardo, wenn ein Land in der Lage ist, beide Güter günstig produzieren zu können. Es ist ein Vorteil für beide, wenn sich beide Länder auf "ihr" Gut spezialisieren, z.B. Portugal –Wein und England – Tuch. Relative Preise bilden sich, wenn es relativ billiger ist, in England Tuch zu produzieren als in Portugal. Langfristig lenkt der Freihandel in kostengünstige, nationale Verwendung, somit entstehen nach David Ricardo Tauschvorteil und Produktionsspezialisierung.