John Locke – Die menschliche Seele als Tabula Rasa

 

John Locke (geboren am 29. August 1632 in Wrington bei Bristol, gestorben am 28. Oktober 1704 in Oates) war einer der Hauptvertreter des Empirismus und setzte sich für die Erweiterung der Bildung und Pressefreiheit ein. John Locke gilt als Mitbegründer des Liberalismus. Sein philosophischer Empirismus betont die Bedeutung der Sinneserfahrung für die Konstitution von Wissen und ist damit von der intuitiv-spekulativen Methode deduktiver Modelle grundsätzlich verschieden.

Die empiristische Lehre wurde zuerst Anfang des 17. Jahrhunderts von dem englischen Philosophen und Staatsmann Francis Bacon entwickelt, doch gab ihr John Locke in seinem Essay "Concerning Human Understanding" (1690, "Über den menschlichen Verstand") einen systematischen Ausdruck. John Locke betrachtete die Seele des Menschen bei der Geburt als Tabula Rasa, als ein unbeschriebenes Blatt, auf das die Erfahrung das Wissen schreibe. Diese Erfahrung muss im Lauf des Lebens durch einen Prozess aus falschen und richtigen Handlungen oder im wissenschaftlichen Experiment allmählich lernend gewonnen werden.

Wie bei Bacon, so ging es auch bei John Locke um die Ausschaltung der falschen Vorbilder, der Idole. John Locke glaubte nicht an die Intuition oder an die Lehren von eingeborenen Ideen und stellte deshalb die Vernunft über jegliche Form metaphysischer Spekulation.

Im Gegensatz zu Thomas Hobbes war es das Wunschdenken von John Locke, zurück zum Urzustand zu kehren, zu einem Zustand der Freiheit, der ungleich einem Zustand der Zügellosigkeit ist. Das Naturrecht ist dann nach John Locke als moralische Regel gesetzt, um von guten und schlechten Rechten unterscheiden zu können. Dies sah John Locke als sehr einfach an, da diese Regeln schon in der Bibel von Gott vorgegeben seien.