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Mahatma Gandhi gehört zu den bekanntesten und beeindruckenden Persönlichkeiten Indiens. Er wurde am zweiten Oktober 1869 in der Provinz Gujarat geboren und 1948 in Neu-Dehli ermordet. Er war der geistige Urheber des international bekannten „Konzepts des gewaltfreien Widerstands“, das sich in erster Linie gegen die britische Kolonialherrschaft wandte, sich aber auch auf jede andere Gewaltherrschaft anwenden lässt. Sein Konzept der Wahrheit beinhaltet neben der Ahimsa, wie er die Gewaltfreiheit nannte, noch weitere ethische Forderungen. Der große indische Philosoph strebte nach Bedürfnislosigkeit und prägte den Satz: „Gott ist Wahrheit, Wahrheit ist Gott.“ In seiner Autobiografie „Mein Leben“ erzählt Gandhis seine Lebensgeschichte. Das Buch gehört zu den wichtigsten Werken der gujaratischen Literatur. Mahatma, was im Sanskrit mit „Großer Seele“ übersetzt wird, prägte die indische Gesellschaft wie kein anderer. Als Kind wuchs er relativ sorgenfrei, behütet von seinen Eltern auf. Er war das Lieblingskind seiner Mutter Putali Bai. Die erste Konfrontation mit der englischen Regierung erlebte Gandhi durch seinen Vater, der tief mit den religiösen und sozialen Wurzeln des Landes verankert war. Im Alter von dreizehn Jahren wurde Gandhi mit der gleichaltrigen Kasturba verheiratet. Sie schenkte ihm vier Kinder und als Gandhi sich 1906 dem Zölibat unterwarf, blieben die beiden zusammen. Kasturba wich nicht von Gandhis Seite und vertrat ihn im politischen Kampf gegen das Regime, wenn er gerade mal wieder arrestiert wurde. |
Von 1888-1891 studierte Gandhi Rechtswissenschaften in London. Nach seiner Rückkehr arbeitete er als Rechtsanwalt in Bombay, bevor er nach Südafrika ging. Während des Burenkriegs 1899 und des Zuluaufstand 1906 leistete Gandhi zur Unterstützung der Briten Sanitärdienst und konnte auch viele seiner Anhänger dafür begeistern. Als er dann aber 1915 nach Indien zurückkehrte, wendete sich das Blatt seiner politischen Einstellung entscheidend. Er schloss sich Menschenrechtsorganisationen an und forderte schließlich 1942 die indische Unabhängigkeit von der britischen Kolonialmacht. Mehrmals wurde er für diese Forderung inhaftiert. Am 3. Juni 1947 verkündete der britische Premierminister Clement Attlee die Unabhängigkeit und teilte das Gebiet zugleich in die Staaten Indien und Pakistan. Gandhis Ziel war damit erreicht. Sein friedlicher Widerstand ohne Anwendung von Gewalt hatte dazu geführt, dass sich die bürgerlichen Unruhen, die zwischen Indien und Pakistan auszubrechen drohten, schnell wieder beruhigten. Zwar ist das Verhältnis zwischen der islamitisch geprägten Gesellschaft Pakistan und den indischen Hindus bis heute gespannt, aber zu Ausschreitungen zwischen den beiden Atommächten kam es nie. Am 30. Januar 1948 wurde der 79-jährige Gandhi vom nationalistischen Hindu Nathuram Godse erschossen. Bis in die heutige Zeit ist sein gesellschaftliches Wirken in Indien zu spüren und seine Taten und sein Andenken ist damit unsterblich. |