Paul Anthony Samuelson - Die Verbindung von dynamischer Theorie mit den Lehrsätzen der statischen Theorie

 

Paul Anthony Samuelson wurde am 15. Mai 1915 in Gary (Indiana/USA) geboren und ist ein US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und Träger des Wirtschaftsnobelpreises von 1970.

Nach der Highschool erwarb Paul Anthony Samuelson 1935 an der renommierten University of Chicago den B.A.-Grad (Bachelor of Arts). Anschließend legte er an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Harvard-University in Cambridge 1936 sein Masterexamen (M.A.) ab und promovierte 1941 zum Ph.D.. Der David A. Wells-Preis der Universität wurde ihm für seine Dissertation verliehen. Mit der Ernennung zum ,,Junior Fellow" (1936) wurde ihm eine der höchsten Ehrungen für einen Studenten an Harvard zuteil.

1940 wurde Paul Anthony Samuelson gerade einmal 25 Jahre alt, Assistent Professor für Wirtschaftswissenschaften am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge/Massachusetts. 1947 erhielt er eine Professur. Von 1966 bis 1985 war er Institutsprofessor, seit 1986 ist er emeritiert. Neben seiner volkswirtschaftlichen Lehrtätigkeit kam eine rege Beratertätigkeit. Nach dem Krieg war Paul Anthony Samuelson u.a. Berater der Rand Corporation (1949 bis 1975), Mitglied des Forschungsbeirates für wirtschaftliche Entwicklung und Wirtschaftsberater der NATO, sowie der Präsidenten Eisenhower und Kennedy. Seit 1961 war er ständiger Berater des US-Schatzamtes, eine Funktion die er schon von 1945 bis 1952 ausgeübt hatte.

Stark beeinflusst von seinem akademischen Lehrer Hausen vertritt Paul Anthony Samuelson eine Keynes-orientierte Wirtschaftspolitik. Über seine Ausbildung sagte er: „Ich bekam unmittelbar alles mit, was für einen Ökonomen vonnöten war: die Zeit vor Keynes, während Keynes und nach Keynes. Und als ich anschließend nach Harvard wechselte, hatte ich das unwahrscheinliche Glück, gleichzeitig bei den Professoren Alwin Hausen, dem amerikanischen Keynes, Joseph Schumpeter, dem Begründer der Theorie von der Unternehmerdynamik, und Wassily Leontief, dem Vater der mathematisch statistischen Ökonomie, studieren zu dürfen."

Paul Anthony Samuelson bis heute bekannte Dissertation ,,Foundations of Economic Analyses" gilt als bahnbrechende Arbeit. Samuelson beschreibt darin in mathematischer Form die grundlegenden ,,Gesetze" der Marktwirtschaft. Die Verbindung von dynamischer Theorie mit den Lehrsätzen der statischen Theorie gilt als eine der großen Verdienste Samuelsons. Sein Lehrbuch ,,Economics: An Introductionary Analyses" (1948) gilt als das erfolgreichste weltweit. Paul Anthony Samuelson Werk ,,Linear Programming and Economic Analysis" (1958, zusammen mit Dorfman und Solow) verband die volkswirtschaftlichen Theorien mit dem für rein praktische Zwecke entwickelten ,,Operation Research".

Entscheidende Fortschritte in der Theorie des Außenhandels sind Samuelson ferner zu verdanken. Hierzu zählt das von ihm formalisierte ,,Heckscher-Ohlin-Theorem". ,,The Collected Papers of Paul A. Samuelson" (5 Bände, 1965 bis 1987) ist eine Sammlung aller seiner verstreut erschienenen Einzelbeiträge. Höchste Ehren wurden Paul Anthony Samuelson zuteil, als ihm 1970 der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften verliehen wurde. 1971 erhielt er den Albert-Einstein-Gedenkpreis. Darüber hinaus erhielt er eine Vielzahl von Ehrendoktorwürden und bekleidet zahlreiche Mitgliedschaften und Ehrenämter. Von 1965 bis 1968 war Paul Anthony Samuelson Präsident der International Economic Association, deren Ehrenpräsident auf Lebenszeit er seither ist.