Sisi – Auf Sisis Spuren

 

Mit der ersten Jet-Setterin der Welt zu den schönsten Plätzen Europas. Die Kaiserin, die Reiserin! Das war fast schon ein geflügeltes Wort am habsburgerischen Hof in Wien. Budapest, Korfu, Venedig, Madeira, Meran, Sizielien – rast- und ruhelos war Sisi unterwegs. Auf einer Reise ereilte Elisabeth von Österreich denn auch ihr Schicksal: Als sie am 10. September 1898 in Genf zu einer Dampferfahrt auf dem Genfer See starten wollte, wurde Sisi von einem verwirrten Anarchisten mit einer Feile erstochen.

Man muss sich wirklich fragen, wie diese Frau das geschafft hat – ganz ohne Flugzeug. Wien, Korfu, Taormina, Budapest, London, Madeira, Venedig. Elisabeth, Kaiserin von Österreich, legte eine Reisegeschwindigkeit an den Tag, die einer Jet-Setterin des 21. Jahrhunderts alle Ehre gemacht hätte. Rast- und ruhelos war Sisi unterwegs, meist in einem komfortablen Sonderzug, der ständig für sie bereitstand, oft auch in einer bequemen Reisekutsche, später auch mit einer eigenen Jacht. Manchmal erfuhr sogar der Kaiser selbst erst aus der Zeitung, wo seine Gemahlin gerade steckte.

Auch im schönen Österreich war Sisi, die in Bayern auf Schloss Possenhofen am Starnberger See geboren und aufgewachsen war, immer wieder auf Achse. Sie reiste an den Wolfgangsee, bestieg mit einem Bergführer die Schmittenhöhe bei Zell am See im Salzburger Land und kurte mit schöner Regelmäßigkeit im heilenden Thermalwasser des Gestersteintals. Aber vor allem zog es Sisi immer wieder nach Ischl im oberösterreichischen Salzkammergut. Überhaupt spielte Ischl eine ganz wichtige Rolle im Leben der Kaiserin: Hier hatte sich Kaiser Franz Joseph in die blutjunge Prinzessin verliebt, hier haben sie sich verlobt. Und hier sah Sisi 1898 ihren Gemahl zum letzten Mal, wenige Wochen vor ihrem gewaltsamen Tod.

Noch heute erinnern in Bad Ischl so viel an Kaiser Franz Joseph und seine schöne Gemahlin, dass man die Traun, die durch den Ort rauscht, auch scherzhaft „Sisisippi“ nennt. Da ist die Kaiservilla, die in Form eines „E“ (für Elisabeth) errichtet wurde, das Mamorschlößl im Kaiserpark oder das „Haus Austria“, in dem der Kaiser 1853 prunkvoll die Verlobung mit Sisi feierte.