Gralshüter - Die Wächter des Heiligen Grals

 

Die Legende vom sogenannten Heiligen Gral taucht zum ersten Mal in der Geschichte im späten 12. Jahrhundert auf. Der Gral ist sowohl Bestandteil der Artussage als Legende des Christentums. Es wird davon ausgegangen, dass der Heilige Gral der berühmte Kelch ist, mit dem Jesus das Abendmahl mit seinen Jüngern teile. Sogenannte Gralshüter sind Männer, die den Heiligen Gral mit ihrem Leben schützen. Die Gralshüter sind dafür verantwortlich, dass der Heilige Gral nicht in die falschen Hände gerät. Die Glaubensgemeinschaft der Templer gründete hierzu eigens einen Orden und stellte der Legende nach ihr Leben vollends unter die Aufgabe der.

Der Templerorden war nach dem Johanniterorden, der zweite geistliche Ritterorden, der als Folge der Kreuzzüge entstand. Der Orden vereinte die Ideale des Adels mit denen der Mönche und galt als besonders treu und ergeben. Ob sich diese Mönchsgemeinschaft aber tatsächlich jemals im Besitz des Heiligen Grals befand, bleibt ungewiss und ist reine Spekulation. So ging die Gemeinschaft dieser Gralshüter zumindest genauso wie der Gral selbst in die Legende um das berühmte Gefäß ein. Dennoch, alle Überlieferungen aus jener Zeit weisen eine gemeinsame Parallele auf. Der Heilige Gral wird in allen Schriften als wunderkräftiges und heilendes Gefäß, das Lebenskraft spendet, beschrieben. Im Mythos um ihn laufen sowohl christliche, keltische als auch orientalische Sagen zusammen. Denn nicht nur die Artus-Geschichte beruht auf der Suche nach dem Heiligen Gral. Zu Zeiten des hochmittelalterlichen Gralsmythos gab es jede Menge Gerüchte um die verschiedensten Gralshüter. Es vermischen sich daher auch Anliegen des Laienchristentums mit denen des Feudaladels wie Versatzstücke der christlichen Liturgie (Abendmahlskelch) mit den archetypischen Bildern und mündlichen Überlieferungen orientalischer oder keltischer Herkunft.

Heutzutage ist ein Gralshüter meist eine Person, der ein verloren geglaubtes Geheimnis oder einen wundersamen Gegenstand vor der Allgemeinheit schützt. Der Parzival-Übersetzer Albert Schulz trägt den Beinamen Magdeburger Gralshüter. Zu seinen größten Leistungen gehört die komplette Übersetzung von Wolframs Parzival. Aber der Begriff des Gralshüters ist auch in der Moderne stets zu gegen. So wird der Entertainer Dieter Thomas Kuhn als Hüter des Schlager-Grals bezeichnet. Wer würde da nicht behaupten, Wunder gibt es immer wieder.