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Entgegen den filmischen Darstellungen des gleichnamigen Films „Meuterei auf der Bounty“ aus dem Jahre 1962 verlief die reale Meuterei auf der Bounty im Jahre 1787 etwas anders ab. Das Schiff befand sich auf einer Expeditionsreise in die Südsee, um Stecklinge des Brotfruchtbaums von Tahiti auf die Antillen zu bringen. Durch Hungersnöte zwischen den Jahren 1780 bis 1787, denen insgesamt 15.000 Menschen zum Opfer fielen, entschloss sich die englische Regierung zu diesem Schritt. Joseph Banks, selbst erfahrener Seemann und Präsident der Royal Society, hatte die Idee hierzu. Der berühmte Seefahrer Thomas Cook hatte ihm diese Frucht gezeigt. So machte sich die Bounty unter dem Kommando von William Bligh auf den Weg in die Südsee. Zur Meuterei auf der Bounty kam es, als am 24.April ein Zwischenstopp auf den Tongainseln eingelegt wurde, um nach erfolgreicher Mission den Proviant- und Wasservorrat für die Rückfahrt aufzufrischen. Bligh beschuldigte Christian Fletcher, einem ranghohen Mitglied seiner Mannschaft, sich an den Kokosnussvorräten vergriffen zu haben. Dieser geriet über den Vorwurf in Rage. Fletcher betrank sich nach dem Streit heftig und die Auseinandersetzung zwischen ihm und dem Kapitän endete in einer Meuterei auf der Bounty. Insgesamt neun Mitglieder der Mannschaft schlossen sich Fletcher an. Die Übrigen galten als unentschlossen. Um die Meuterei zu beenden, wurde Bligh mit seinen Anhängern ausgesetzt. Es gelang ihm jedoch mit einem kleinen Boot 48 Tage lang auf offener See zu überleben, bis sie zur Insel Timor gelangten. Er ging somit als Held in die Geschichte der Seefahrt ein und seine Leistung schätzt besondere Anerkennung. Erst in späteren Jahren gelang es Bligh, einige Meuterer aufzufinden und sie im September 1792 vor ein Kriegsgericht zu stellen. Vier Mitglieder werden frei gesprochen, die übrigen sechs zum Tod durch Erhängen verurteilt. Eine vollständige Rehabilitation von Bligh gelang nicht, da die Schilderungen der Meuterer Bligh als Tyrannen und unmenschlichen Unterdrücker seiner Mannschaft darstellten. |
Zwar belegt das private Logbuch Bligh’s, dass er sich stets um das Wohl seiner Mannschaft sorgte. Dem entgegen standen die Aussagen von Peter Heywood, James Morrison und John Fryer, der auf der Fahrt im offenen Boot ebenfalls einen Streit mit Bligh hatte und nichts gutes über das Verhalten von Bligh berichtete. Ob nun die Meuterei auf der Bounty eine berechtigte Revolte gegen das unmenschliche Verhalten des Kapitän seiner Mannschaft gegenüber war oder als Rufmord eines angesehenen Seefahrers, der von Teilen seiner Mannschaft verraten wurde, zu betrachten ist, konnte nie vollständig aufgeklärt werden. Filme, Bücher und Theateraufführungen befassen sich bis in die heutige Zeit in unterschiedlichsten Auslegungen mit diesem Thema. |