Römische Zahlen - Alle Wege führen zurück nach Rom

 

Die Römischen Zahlen haben ihren Ursprung im antiken Römischen Reich. Das auf den römischen Ziffern beruhende Zahlensystem stellt positive ganze Zahlen in einem Additionssystem zur Basis 10 mit der Hilfsbasis 5 dar. Ein Zeichen für die Null gibt es nicht.

Die römischen Zahlzeichen wurden in Mitteleuropa in der Zeit vom 12. bis zum 16. Jahrhundert durch das nach arabischem Vorbild eingeführte schriftliche Rechnen mit indo-arabischen Ziffern zunehmend aus dem Bereich des Rechnens und der Mathematik verdrängt. Die römischen Zahlen hatten in dieser Zeit hauptsächlich bei der Schreibung von Zahlwörtern eine Rolle gespielt, aber kaum für eigene schriftliche Rechenoperationen, da hierfür stattdessen eher die Fingerzahlen und der Abakus herangezogen wurden. Sie blieben jedoch für andere Zwecke, so für die epigrafische oder dekorative Schreibung von Zahlen (insbesondere Jahreszahlen), für die Zählung von Herrschern, Päpsten und anderen Trägern gleichen Namens, für die Band-, Buch-, Kapitel- und Abschnittszählung in Texten und für das Beziffern von Messinstrumenten wie dem Zifferblatt der Uhr bis heute in Gebrauch.
Die in einer römischen Zahl verwendeten Zeichen haben, unabhängig von ihrer Position, einen festen Wert. Dabei gibt es die Zehnerpotenzen als Basiswerte (die „Einer“) und die fünffachen Hilfsbasiswerte (die „Fünfer“):
Die heute verwendeten römischen Ziffern
Zeichen I V X L C D M
Wert      1 5 10 50 100 500 1000

Zur Umrechnung in eine römische Zahl ohne die weiter unten beschriebene Subtraktionsregel genügt es, mit den großen Ziffern beginnend, jede so häufig wie möglich von der umzurechnenden Zahl abzuziehen, und die zugehörigen römischen Ziffern der Reihe nach zu notieren, dabei werden der Übersichtlichkeit wegen die Ziffern automatisch der Größe nach sortiert:
1984 = 1 × 1000 1 × 500 4 × 100 1 × 50 3 × 10 4 × 1
M D CCCC L XXX IIII = MDCCCCLXXXIIII
Um eine solche römische Zahl wieder zurückzurechnen, braucht man einfach nur die Werte der einzelnen Zahlenzeichen zu addieren.

 

Der deutsche Mathematiker Adam Ries hat durch Untersuchung der existierenden Zahlensysteme herausgearbeitet, dass die Römischen Zahlen für die Schematisierung der Grundrechenarten eine große Hemmschwelle darstellen und gab stattdessen den arabischen Ziffern den Vorzug. Ries erkannte, dass durch das Fehlen der Null eine tabellarische Addition und Subtraktion mit Römischen Ziffern wesentlich erschwert wurde. Im Weiteren zeigte er, dass sich auch die Subtraktionsschreibweise der Römischen Ziffern als sehr störend für eine geordnete, formalisierte Verarbeitung auswirkte. Mit der Etablierung von neuzeitlichem Rechnen auf Basis der arabischen Ziffern läutete er somit zugleich das Ende der Nutzung von Römischen Ziffern im Alltagsleben ein.