Ampelmännchen – Bei Rot musst du stehn, bei Grün kannst du gehn

 

Das Ampelmännchen ist das Symbol an der Ampel, das dem Fußgänger anzeigt, wie man sich verhalten muss. Bei grün darf der Fußgänger die Ampel überqueren und bei rot muss er warten. Der rote Ampelmann hat daher ausgebreitete Arme, die im Gegensatz zu seinem grünen Kollegen, der schnellen Schrittes vorangeht, eine Stopfunktion signalisieren.

Das Aussehen und die Positionen des Ampelmännchens sind auf bundesweiter Ebene identisch und damit genormt. Es gibt nur einen bedeutenden Unterschied. Denn durch die Wiedervereinigung der deutschen Staaten sind nun in Deutschland drei Normen verbreitet. Der Ost-Ampelmann und dessen weibliches Pendant und der etwas schlankere westliche Ampelmann.

Zu Zeiten der DDR bekam das Ost-Ampelmännchen in der Sendung Verkehrskompass sogar eine eigene Identität. Das Ampelmännchen diente der Verkehrserziehung im Fernsehen. Damit wurde der freundliche Mann mit dem Hut zum Maskottchen der Ostalgie. Gerade im ehemals geteilten Berlin wusste man daher anhand der Form des Ampelmännchens genau, ob man sich gerade im ehemaligen West- oder Ostteil der Stadt aufhält. Doch seit Januar 2005 wird nun die ganze Stadt mit dem Ost-Ampelmännchen an Lichtzeichenanlagen eingesetzt. Es hat sich nämlich erwiesen, dass es erheblich leichter erkennbar ist als die westliche Version.

Geboren wurde das Ost-Ampelmännchen 1961 in der Berlin. Karl Peglau, der Urheber des Ampelmännchens für den Ostteil der Stadt, aber auch der gesamten DDR, war seinerzeit Verkehrspsychologe und wurde vom Verkehrsministerium mit der Ausarbeitung des Ampelmännchens für den Osten beauftragt. Er hatte den Anspruch, dem Ampelmännchen ein freundliches Erscheinungsbild zu geben, da er der Ansicht war, dass Fußgänger eher auf ein sympathisches Männchen reagieren als auf ein bloßes Lichtzeichen.

Dennoch verschwand das Ampelmännchen nach einiger Zeit wieder und konnte sich erst einige Zeit später erneut durchsetzen. Um der Gleichberechtigung auch im Verkehrsbetrieb Ausdruck zu verleihen, gibt es seit November 2004 in Zwickau auch erste Ampelweibchen. Aber auch andere Variationen des beliebten Volkshelden wurden in Deutschland gesichtet. So wurden einige Ampeln in heimlicher Aktion und sorgfältiger Sägearbeit mit diversen Accessoires geschmückt. Das Ampelmännchen bekam einen Regenschirm gegen schlechtes Wetter und wurde auch schon als Wanderer-Ampelmännchen gesichtet.