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Der Global City-Ansatz ist ein Entwicklungsmodell, das vom finanzindustriellen Sektor ausgeht und Städte nicht nur als Zentralen der globalen Ökonomie mit umfangreichen Steuerungs- und Kontrollfunktionen, sondern auch als Orte eines kosmopolitischen Milieus der Dienstleistungsgesellschaft und der Ausprägung einer neuen sozialen Klassifikation sieht. Global Cities sind die Knotenpunkte in der Bildung neuer Netzwerke. Global Cities sind nicht, wie man meinen könnte, neu entstandene, zentrale Orte. Vielmehr sind sie aus älteren, ganz normal in die Region eingebundenen Städten entstanden. Günstige Rahmenbedingungen haben zu einer starken Konzentration von Finanzdienstleistungen und Konzernzentralen geführt, die der Stadt neben der traditionellen, regionalen auch eine globale Bedeutung gebracht hat. Das führte dazu, dass einerseits hochqualifizierte, gutbezahlte Jobs geschaffen wurden und andererseits eine große Nachfrage nach schlechtbezahlten Servicepersonal (McJobs) bestand. In den westlichen Global Cities waren die Auswirkungen recht gering, da die Städte traditionell durch ihr produzierendes Gewerbe eine breite Mittelschicht hatten. In anderen Ländern, vor allem in den sogenannten Schwellenländern, dagegen fehlte diese Mittelschicht, was dazu führte, dass man dort heute eine ausgeprägte Zwei-Klassen-Gesellschaft vorfindet. Die starke soziale Trennung und die Trennung regional/global zeigt sich gerade in den asiatischen Global Cities auch am Stadtbild. Die Gegensätze zwischen den CBDs (Central Business District) mit ihren repräsentativen Bankgebäuden und glitzernden Fassaden und den traditionellen Stadtteilen, die klein, verwinkelt, dreckig, ja fast schon chaotisch daherkommen, lassen sich hier besonders deutlich ablesen. Die Sozialstruktur einer Global City ist durch eine sich verschärfende Polarisierung zwischen Arm und Reich gekennzeichnet. Auf der einen Seite bietet sie einen Arbeitsmarkt für hochqualifizierte Arbeitnehmer, die als politische und ökonomische Führungselite über sehr gute Einkommen verfügen, in den besten städtischen Vierteln wohnen und in ihrer Lebensweise und -einstellung global orientiert sind. Sie treten häufig in Kontakt zu Menschen anderer ethnischer Zugehörigkeit und beherrschen eine oder mehrere Fremdsprachen. Sie wechseln häufiger ihren Arbeitsplatz, der in mehreren Erdteilen liegen kann, und sind von den Sorgen der Mehrheit der Bevölkerung wie Steuerbelastung, Wohnungsnot oder Kindergartenplatzmangel nicht betroffen, sehen den Konsens der nationalen Solidargemeinschaft eher als Belastung an. In den Städten erhöhen sie die Nachfrage nach anspruchsvollen Wohnungen, Kultur- und Konsumgütern und erzeugen eine Markt für arbeitsintensive Dienstleistungen, die die Mitglieder der Führungseliten nicht selbst übernehmen wollen, z. B. die Erledigung der Einkäufe, Kindererziehung, Kranken- oder Altenpflege. |
Demgegenüber stehen in Global Cities eine zahlenmäßig weitaus größere Anzahl von Menschen, die zur Mittelschicht gehören und Tätigkeiten nachgehen, die eine geringere Qualifikation erfordern. Diese Mittelschicht ist weniger ,,global`` als vielmehr ,,national`` geprägt. Während sich die obere Mittelschicht in ihrem Denken und Handeln eher an der politisch-ökonomischen Elite orientiert, steht der Großteil der Mittelschicht den Globalisierungstendenzen skeptischer gegenüber und sieht sich im internationalen ökonomischen Wettbewerb mit anderen Nationen. Die vorrangigste Sorge ist der Erhalt des eigenen Arbeitsplatzes. Unter der Mittelschicht befindet sich die Gruppe von Menschen, die vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen oder nur teilweise integriert sind. Sie überbetonen ihre nationale Zugehörigkeit, da sie häufig in direktem Wettbewerb mit Menschen anderer ethnischer Zugehörigkeit stehen. Sie bevölkern jene Viertel in den Städten, die als soziale ,,Abschiebe-Center“ für verarmte und Immigranten gelten. Diese Viertel sind der Gegenpol, das ,,Ghetto``, zur ,,Zitadelle``, den gehobenen Wohngegenden und den Büro- und Geschäftsvierteln und der städtische Ausdruck des wachsenden Gefälles zwischen Arm und Reich auf globaler Ebene.
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