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Die merkantilistischen Wirtschaftslehren, die u.a. in den absolutistischen Staaten im 16. bis 18. Jahrhundert in England und Frankreich entstanden, zielten auf die Erhöhung des nationalen Wohlstandes durch ein möglichst vollständige und effiziente Nutzung der im Land vorhandenen Produktionsfaktoren, insbes. der Arbeit, und deren Vermehrung (Bevölkerungswachstum) und Verbesserung ihrer Qualität und Effizienz ab. Der Grundgedanke des Merkantilismus war ein metallistischer Geldgedanke, bei dem Edelmetall als gespeicherte Wirtschaft galt. Beamte und Söldner mussten entlohnt werden, aber nicht wie im Mittelalter mit Naturalien, sondern mit geprägtem Edelmetall. Oberstes Ziel des Merkantilismus bzw. dessen Wirtschaftspolitik war es, Geld für die Staatskasse zu beschaffen, um so die Macht des Staates zu stärken. Staatliche Eingriffe in den Wirtschaftsprozess zur Unterstützung der Manufakturen und des Handels, besonders der Exporte von Gewerbeerzeugnissen, wurden im Merkantilismus als erfolgsversprechende wachstumspolitische Strategie angesehen; eine aktive Handelsbilanz sollte möglichst viel Gold und Silber ins Land holen. |
Deshalb wurde im Merkantilismus der Import von Fertigprodukten gehemmt, von Rohstoffen hingegen gefördert. Weiterhin gab es die Garantie niedriger Agrarpreise im Inland, um die Lohnkosten niedrig zu halten, die Erhöhung des Geldumlaufs durch Edelmetallimporte sowie die Gründung von Finanzinstitutionen, um die inländischen Zinsen zu senken. Der Merkantilismus war also ein umfassendes System landesfürstlicher Wohlfahrtspolizei, die staatliche Wirtschaftspolitik umsetzte (z.B. Berg- und Hüttenpolizei, Gewerbepolizei), um die Autarkie und die politischen Unabhängigkeit des Landes zu sichern. Eine politische Ordnung wurde im Merkantilismus geschaffen und alle Wirtschaftszweige gefördert. Die Zünfte wurden bekämpft, der Außenhandel forciert und Zollschranken im Binnenhandel abgebaut. Die Geldwirtschaft wurde im Merkantilismus ebenso vollzogen (Geld- und Kreditpolitik) und zusätzlich eine Sozialpolitik verfolgt. (Dienstnehmer- und -geberschutz, Kinder- und Jugendschutz; Krankheits- und Altersvorsorge). Zusammenfassend kann man anerkennen, dass der Merkantilismus die Grundlagen des modernen Wirtschaftsstaates schuf. |