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Die Neoklassik kam in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf und löste die durch Adam Smith begründete Klassik mit David Ricardo, John Stuart Mill, Thomas Robert Mathus und Jean-Baptiste Say ab. Bis der Keynesianismus Ende der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts die Neoklassik ablöste, dominierte sie das ökonomische Denken und Handeln. Zentrale Annahme der Neoklassik ist die Idee des homo oeconomicus, ein Individuum, das rational handelt und eine Indifferenzkurve und eine Budgetgerade hat. Den Tangentialpunkt beider Kurven gilt es zu erreichen. Carl Menger, Jevons und Walras sind drei Revolutionäre der Nationalökonomie mit vergleichbaren Denkansätzen der neoklassischen und marginalen Revolution. Die Ökonomen der Neoklassik reagierten vor allen auf die Schwächen der klassischen Preistheorie, die zu dieser Zeit von den Autoren der klassischen Nationalökonomie besonders dogmatisch vorgetragen wurde. Dies war die Basis der neoklassischen oder marginalen Revolution, die gerade die Preistheorie in den Mittelpunkt des ökonomischen Interesses der Neoklassik rückte. Anlass war der zunehmende Preisverfall zwischen den Jahren 1873 und 1895. Die Goldgräberstimmung der Gründerzeit (1871-73) fand ihr jähes Ende in der internationalen Börsenkrise 1873, der nur wenige, der zumeist auf Sand gebauten AG´s der Gründerjahre, standhielten. Andere Ökonomen suchten die Gründe hierfür z.B. in der stark angestiegenen Produktion von Gold, die in keinem Verhältnis zu dem damaligen Bedarf an diesem Edelmetall stand. |
Alles wurde plötzlich auf den Kopf gestellt, man spricht daher auch von einem Paradigmenwechsel: dem Übergang vom klassischen Ansatz zum neoklassischen Ansatz, weg von der Werttheorie hin zur subjektiven Werttheorie (also nicht der Wert eines Gutes wird anhand der Arbeit gemessen, sondern wie viel wert ist mir das Gut und wie viel gebe ich dafür auf). In dieser Wertelehre der Neoklassik geht es darum, dass der wirtschaftliche Wert eines Gutes nicht die objektive Gütereigenschaft ist, sondern der Güterwert leitet sich aus der subjektiven Nutzeneinschätzung der Individuen ab. So erklärt sich der Wert der Güter nach einem einheitlichen Prinzip und löst damit das klassische Werteparadoxon. Das Ziel des Dreigestirns der Neoklassik war eine der Natur der Dinge entsprechende, alle Preiserscheinungen unter einem einheitlichen Gesichtspunkte zusammenfassende Preistheorie. |