Daoismus - Sowohl Weltanschauung als auch Religion

 

Daoismus, gemäß anderen Schriften auch unter dem Begriff Taoismus bekannt, ist eine chinesische Philosophie, die in China als Religion praktiziert wird. Die historischen Ursprünge dieser Lehre sind in den Anfängen des vierten Jahrhunderts vor Christus zu finden. Neben dem Konfuzianismus und dem Buddhismus gehört der Daoismus zu den Lehren, die die chinesische Gesellschaft am stärksten prägten. Der Daoismus infiltrierte sowohl kulturelle, soziale als auch politische Bereiche. Auch in der Medizin, Chemie, Kampfkunst und Geografie sind die Einflüsse des Daoismus bis in die heutige Zeit spürbar.

Die Gründzüge des Daoismus liegen vor allem in der Wirkung des Dao, was schöpfungsgemäß die gegensätzliche Zweiheit beinhaltet, also das Ying und Yang, Licht und Schatten beschreibt. Des Weiteren geht der Daoismus davon aus, dass sich der komplette Kosmos im stetigen Wandel befindet. Indem sich alles unter dem Einfluss kontinuierlicher Veränderung zu einem großen Ganzen zusammenfügt, wird in der Ethik des Daiosmus der Mensch zur ständigen Beobachtung dieses Wandels angehalten. Somit sind die Gesetzmäßigkeiten und Erscheinungsformen dieses Weltprinzip für alle erkennbar. Wenn man dieser Spontaneität der absoluten Veränderung, die durch den einzelnen nicht beeinflussbar ist, ins Auge blickt, liefert der Daoismus so die Möglichkeit, die Dinge gelassener zu sehen und im Kontext den Ganzen zu betrachten. Diese Lebenseinstellung beinhaltet nicht den Hang zum Fatalismus, sondern ermöglicht die integrative Eingliederung des Einzelnen in die Gesellschaft. Dies führt zu einem gesamtheitlichen Allgemeinwohl, was der Grundidee der Ethik des Daoismus entspricht. Die Einheit der Gegensätze und die daraus entstehende Harmonie gehört ebenfalls zu den wichtigsten Grundsätzen des Daoismus.

Priester, die den Daoismus als Religion ausüben, sind gerade in Meditations- und Atemtechniken, Alchemie und der Magie aus Geist und Körper sehr gut ausgebildet. Den Mikrokosmos stets im Blick begreifen sie ihn als Abbild des Makrokosmos und fühlen sich auf diese Weise mit dem kompletten Universum verbunden.