Konfuzianismus - Eine der drei großen asiatischen Weltanschauungen

 

Wer kennt ihn nicht, den weltweit bekannten Ausspruch „Konfuzius sagt“. Doch was steht hinter dieser Lehre und wo fand sie ihren Ursprung? Kong Zi, der im Deutschen auch Konfuzius genannt wird, war ein chinesischer Philosoph, der vermutlich zwischen 551 v. Chr. bis 479 v. Chr. lebte. Er gilt als Gründer des Konfuzianismus. Die Philosophie des Konfuzianismus lehrte er in einer eigens dafür gegründeten Schule. Der zentrale Wert seiner Anschauung beruft sich auf die Ordnung. Diese sei durch Achtung vor anderen Menschen und Ahnenverehrung erreichbar. Des Weiteren gibt der Konfuzianismus Tipps, wie man zu einem ethisch einwandfreien Menschen wird. In seine Lehre liefert Konfuzius Anhaltspunkte zum Erreichen dieses Optimalzustands. Sowohl der Gedanke der absoluten Harmonie als auch die Suche nach dem inneren Gleichgewicht gehören zu den grundlegenden Thematiken, mit den sich der Konfuzianismus befasst. Denn „Harmonie und Mitte, Gleichmut und Gleichgewicht" sind die wichtigsten Bestandteile eines glücklichen Lebens.

Zu den fünf wichtigsten Tugenden des Konfuzianismus gehören gegenseitige Liebe, Rechtschaffenheit, Gewissenhaftigkeit, Ehrlichkeit und gegenseitige Anteilnahme, die fast schon mit dem Kategorischen Imperativ nach Kant vergleichbar ist. Im Konfuzianismus geht man des Weiteren von sozialen Verpflichtungen aus. Hierzu gehören sowohl Loyalität, kindliche Pietät, womit die Verehrung der Ahnen gemeint ist, als auch Anstand und Sitte. Die Summe aller Tugenden wird im Konfuzianismus als wahre Mitmenschlichkeit verstanden. Wer all diese Regeln einhält, handelt im Sinne des Konfuzianismus nicht nur im höchstem Maße ethisch. Er hat durch sein Handeln Einfluss auf den gesamten Kosmos. Denn der dadurch erzeugte Dominoeffekt, man tut anderen etwas Gutes und bekommt etwas positives zurück, übertragt sich in die ganze Welt.

Heutzutage wird der Konfuzianismus vorwiegend in China praktiziert, aber auch in anderen asiatischen Ländern finden die Lehren des Konfuzius Anwendung. Im Allgemeinen gelten die drei chinesischen Lebensphilosophien Buddhismus, Daoismus und Konfuzianismus als miteinander verwandt. Die Übergänge zwischen den großen Dreien gestalten sich meist fließend. Deswegen ist eine friedliche Koexistenz der artverwandten Philosophien, die allesamt Gewalt ablehnen, möglich.