Parapsychologie - Spuk oder ernstzunehmende Wissenschaft?

 

Die Parapsychologie befasst sich mit dem Einfluss und der Kommunikation verschiedener Organismen und ihrer Umwelt untereinander. Einer der ersten Psychologen, der sich mit der Wissenschaft der Parapsychologie befasste, war Max Dessoir. Er definierte die Wissenschaft als „den aus dem normalen Verlauf des Seelenlebens heraustretenden Erscheinungen“. Das Untersuchungsgebiet der Parapsychologie erschließt sich aus folgenden Bereichen der Psi-Phänomene: Telepathie, Telekinese, Psychokinese und Nahtoderfahrungen. Bei den Psi-Phänomenen der Parapsychologie wird zwischen Außersinnlichen Wahrnehmungen und der Psychokinese kategorisiert. Zu den Außersinnlichen Wahrnehmungen zählen in der Parapsychologie Telepathie, Präkognition und Hellsehen. Bei der Psychokinese scheint ein Organismus lediglich mit seinem Willen aktiv Einfluss auf seine Umwelt nehmen zu können. Beispiele hierfür wären die scheinbare Beeinflussung von elektronischen Geräten oder Würfeln oder auch das Poltergeist-Phänomen.

Auch Nahtod- oder außerkörperliche Erfahrungen gehören zu dem Aufgabengebiet der Parapsychologie. Die Forschungsergebnisse in der Parapsychologie beziehen sich auf drei unterschiedliche Methoden. Sowohl Erfahrungsberichte einzelner, Experimente mit sogenannten Medien oder statische Experimente dienen als Lieferant für Untersuchungsergebnisse. Die Begriffe Animismus und Spiritismus haben in der Parapsychologie eine besondere Bedeutung. Der „parapsychologische Animismus“ lehnt das Konzept einer vom Körper unabhängig existenzfähigen Psyche grundsätzlich ab. Demzufolge versucht er alle paranormalen Phänomene, die für ein Weiterleben nach dem Tod sprechen, auf das Wirken physisch lebender Personen zurückzuführen. Der wissenschaftliche Spiritismus hingegen hält den Einfluss von Personen, die nicht an Körper gebunden sind, für möglich. Ein Beispiel hierfür wäre der Geist eines Verstorbenen.

Die Parapsychologie hat den Anspruch als ernstzunehmende Wissenschaft wahrgenommen zu werden. Sie arbeitet mit streng wissenschaftlichen Methoden und stellt ihre Ergebnisse zur Diskussion. Die einzelnen Erfahrungsberichte lassen sich aber auf keine, wie man es sonst aus anderen Gebieten, die wissenschaftlich untersucht werden kennt, gemeinsame Regel oder Gesetzesmäßigkeit bringen, sondern gelten als individuell unterschiedlich und damit gelegentlich auch voneinander stark abweichend. Dennoch gilt die Parapsychologie heutzutage als ernstzunehmendes Wissenschaftsfeld, dem man auf jeden Fall Beachtung schenken sollte. Auch wenn es manchmal schwer fällt, die individuellen Ergebnisse der Einzelerfahrungen zu glauben.